Unser Auftrag

Die Stimme derer, die keine Stimme haben

“Ich arbeite lieber am Hospital Diospi Suyana als an einem Krankenhaus in der Schweiz”, gesteht mir Dr. Lukas Steffen vor einigen Tagen freimütig. Und dann erklärt er sofort warum. “Wenn ich morgens den vollen Wartesaal mit armen Patienten sehe, dann weiß ich genau, dass meine Arbeit hier sinnvoll ist!” Für diese Überzeugung nehmen unsere freiwilligen Mitarbeiter finanzielle Verluste und Schwierigkeiten (fast) jeder Art in Kauf.

Wer um 6 Uhr in der Frühe durch die Bäume nach unten schaut, sieht unterhalb des Plateaus eine lange Schlange, die sich mitunter 300 m weit erstreckt. Es sind Menschen, die auf ein Eintrittsticket hoffen. Während ihrer Reise nach Curahuasi ließen sie viele Krankenhäuser links liegen. Sie möchten unbedingt im Missionsspital behandelt werden, weil Diospi Suyana die Stimme derer geworden ist, die keine Stimme haben.

Im Buch der Sprüche rät eine Königsmutter ihrem Sohn (Sprüche 31,8) “Lass deine Stimme hören für die, die keine Stimme haben!”

In den alten Sprichwörtern, die oft ihre Grundlage in der Bibel haben, kommt viel Wahrheit zu Tage. Wer nach ihnen handelt, verändert die Welt. Sprüche und Slogans hören sich gut an, aber oft gaukeln sie nur etwas vor. Geht die Zeit ins Land, merkt man schnell, ob den Sprüchen Taten folgen oder nicht.

Wenn ich Journalisten und TV-Teams durch das Spital führe, mache ich im großen Wartesaal immer Halt und sage: “Schauen sie sich die Menschen hier genau an. Man erkennt auf den ersten Blick, dass die meisten Patienten aus armen Verhältnissen kommen!” Bisher hat mir noch niemand widersprochen. Im Computersystem des Hospitals sind bis August 2021 über 427.000 Patientenbesuche registriert. /KDJ

Der politisch dem linken Spektrum zugehörige Radio- und TV-Kanal “Exitosa” hat sich seinen Slogan aus der Bibel gewählt: “Die Stimme derer, die keine Stimme haben!”