Und was nun?


Der Augenblick nach der Nulllinie im EKG

Das war’s. Ein Beerdigungsunternehmen holt einen verstorbenen Patienten aus dem Hospital Diospi Suyana. Der Weg zum Friedhof dauert um die fünf Minuten. Die Angestellten des Rathauses erledigen dann ihre Tätigkeit schnell und gewissenhaft. Es bleiben die Trauer der Angehörigen und die Fassungslosigkeit über einen Tod, mit dem niemand zehn Tage zuvor gerechnet hatte.

“Also Sie glauben an ein ewiges Leben?”, fragte mich vor einigen Tagen der Direktor eines staatlichen Krankenhauses. Ich nickte. “Das ewige Leben, von dem Jesus Christus sprach, ist für mich die einzige Hoffnung, für Covid-Patienten und in der Tat für jeden Menschen!” Meine Antwort kurz und knapp beschreibt nicht nur mein Glaubensbekenntnis, sondern die Grundlage von Diospi Suyana.

Abermillionen Menschen beten Sonntag für Sonntag: “… Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.”

Man kann viele Gebete aufsagen, ohne den Inhalt auch zu glauben. Und was mich betrifft, habe ich das größte Verständnis für Zweifler, die sich als Naturalisten ein ewiges Leben in Gottes Gegenwart schlichtweg nicht vorstellen können. Mir würde es genauso gehen, wenn ich nicht die Glaubwürdigkeit und Realität Gottes selbst so oft erlebt hätte.

In dem Augenblick, wo ich mein Vertrauen auf Gott setze und seine Nähe suche, mache ich Erfahrungen im Bereich einer ganz neuen Dimension. Und am Ende meines Lebens kann ich dann “wissen”, dass der, der mich die ganzen Jahre hindurch begleitet hat, auf der anderen Seite des Vorhangs auf mich wartet. Gott. /KDJ

Seit zwei Wochen im Buchhandel

Dazu mehr im Buch: “Auf dem Wasser laufen”

…In einem solchen Fall ist die Nulllinie im EKG der Schritt in ein dunkles Nichts. Ein fürchterlicher Gedanke. Sie mögen einwenden, so sehe das menschliche Schicksal aus. Jeder von uns müsse einmal für immer Abschied nehmen, sei es auf einem weißen Kissen, auf dem OP-Tisch oder am schmutzigen Straßenrand. Dann wäre unsere Identität ausgelöscht und wir verschwänden im Reich der Vergessenen. Glücklicherweise weiß ich, dass das nicht stimmt.

… Eigentlich gab mein Terminplan diesen Abstecher nach Süddeutschland nicht her. Aber irgendwie fand ich doch ein kleines Zeitfenster, um 30 Minuten mit ihr zu verbringen. Dafür nahm ich zwei Stunden Autobahn mit einem durchgetretenen Gaspedal gerne in Kauf. Einige Monate zuvor hatte ich die junge Anwältin bei einem Vortrag kennengelernt und ein wenig aus ihrer Vergangenheit gehört…