Sonja Müller: “Ich hatte die Schnauze voll vom Glauben!”

Die Zahntechniker-Meisterin nimmt kein Blatt vor den Mund

In diesen Tagen wird Sonja Müller im Labor der Zahnklinik eingearbeitet. Elisabeth Francke flog eigens von Deutschland nach Peru, um ihre Nachfolgerin in die Geheimnisse unserer Geräte einzuweihen. Die erfahrene Meisterin ihres Fachs aus Süddeutschland will drei Jahre am Missionskrankenhaus investieren. Sie tut dies ehrenamtlich und wir können sie als überzeugte Missionarin bezeichnen. Das Wort “Missionarin” klingt fromm, aber fromm war Sonja anderthalb Jahrzehnte ihres Lebens keineswegs. Im Klartext hatte die energiegeladene Technikerin die Schnauze von der frommen Szene gestrichen voll.

2001 wird für Sonja zu einem Schlüsseljahr. Sie bricht mit ihrer Vergangenheit. Die Erziehung in ihrem gläubigen Elternhaus, das Leben in einer Kirchengemeinde, die sonntägliche Routine, das Singen und Beten haben ausgedient. Vieles erscheint ihr zu eng. Manches wirkt auf sie wie reine Heuchelei. So kann das wahre Leben nicht sein. In den folgenden 15 Jahren fährt sie das volle Kontrastprogramm. Bitte keine engen Vorschriften mehr. Sie sucht die Freiheit in jeder Hinsicht und experimentiert zuversichtlich drauflos.

Nach ihrer Ausbildung in der Zahntechnik arbeitet sie für einige Zeit als Animateurin in einem Touristenhotel auf der griechischen Insel Kos. Im Winter wechselt sie in den Skiort Ischgl in Tirol. So macht das Leben Spaß. 2007 fliegt sie nach Kanada und engagiert sich in einem Wildlife-Sancturary. Sie kümmert sich um Bären, Wölfe, Pumas und Waschbären. Die gebürtige Bonnerin ist aufgeschlossen und probiert mal das eine, mal das andere aus. Eine Station folgt der nächsten. Zwischendurch erwirbt sie noch den Meistertitel und macht eine anspruchsvolle Zusatzausbildung.

Ende 2016 meldet sich Sonja als Freiwillige, um in Tessaloniki in einem Flüchtlings-Camp zu helfen. Sie hat beste Absichten. Sie will nicht von Weltverbesserung träumen, sondern aktiv anpacken und sich die Hände schmutzig machen. Im Anschluss engagiert sie sich noch in Malta im Rahmen der Seenotrettung. Ihr Einsatz in Griechenland führt jedoch zu einer großen Frustration. Wo ist Gerechtigkeit?, fragt sie sich. Die reiche westliche Welt scheint sich einen Dreck um die gestrandeten Heimatlosen zu kümmern. Aber auch der tapfere Einsatz der vielen Helfer mit ihrer humanistischen Einstellung kann die Welt nicht retten. Tief drinnen wächst bei Sonja der Zynismus. Völlig desillusioniert kehrt sie nach Deutschland zurück. Und einmal mehr steigt sie in das normale Berufsleben ein.

Sonja Müller an ihrem Arbeitsplatz

Ihre Mutter Helga Müller schenkt ihr eines Tages das Buch “Löwenherz” des Schweizer Pastors Leo Bigger. Mit großen Augen liest Sonja wie Menschen ihren Glauben beispielhaft und authenisch leben. – Nicht als religiöse Zwangsjacke, sondern voller Freude. Ist wahres Lebensglück durch Jesus Christus möglich? Sonja stellt umfangreiche Recherchen an, um dieser Frage nachzugehen. Sie hört Predigten auf Youtube und grübelt lange und kräftig über den Glauben nach. Dann kommt der Augenblick, der ihr Schicksal ein für allemal verändert. Sie betet: “Jesus, ich gebe Dir mein Leben!” Am 24. Juni 2018 lässt sie sich im Rhein taufen und schließt sich in Karlsruhe einer Gemeinde überzeugter Christen an.

Im Oktober 2020 passiert nun etwas, das zweifelsfrei beweist, auch Mütter können gute Ideen haben. Helga Müller überreicht ihrer Tochter ein Exemplar des Buchs: “Auf dem Wasser laufen – Diospi Suyana, der Glaube im Härtetest!”
In diesem Schmöker von knapp 300 Seiten ist vom praktizierten Christsein die Rede. Profis jedweder Couleur arbeiten auf hohem Niveau für die Ärmsten der Armen. Ihr Motiv: Der Glaube an einen liebenden Gott.

Wow, an diesem Hightech-Krankenhaus gibt es sogar eine Orthopädie-Werkstatt. Sonja staut nicht schlecht. “Was machen die eigentlich bei Diospi Suyana im Bereich der Zahnheilkunde?”, rätselt Sonja und klickt die Webseite unserer Mission an. Wer hätte das gedacht, es gibt dort tatsächlich ein modernes Zahnlabor, die Stelle ist allerdings vakant. Sollte das vielleicht eine Herausforderung an sie sein? Könnte sie an diesem Spital in den Anden ihr umfangreiches Wissen und Können einbringen?

Am 5. Dezember 2020 rief Sonja im Heimatbüro von Diospi Suyana an. Am Abend des gleichen Tages meldete sich bei ihr ein gewisser Klaus John. Der Rest ist Geschichte.

Sonja hat den Sprung über den Atlantik geschafft. Sie lernt fleißig Spanisch und freut sich auf die nächsten Monate. “Wenn ich durch den Eingang des Spitals gehe, überkommt mich eine tiefe Dankbarkeit!”, bemerkt Sonja ruhig aber bestimmt. “Gott schenkt mir eine große Ruhe und ich vertraue ihm felsenfest!” Wenn Sie diesen besonderen Werdegang aus Sonjas eigenem Mund hören wollen, dann sehen Sie sich das TV-Interview bei ERF-Medien an. (Siehe unten)

Hier ein aktuelles Interview mit Sonja Müller bei ERF-Medien