Sieg über den Hass

Blumen

Ist möglich!

Weltweit gibt es viele Missionsspitäler, die im Namen der Liebe Christi Kranken, Entrechteten und Wehrlosen beistehen. In seinem Buch “Gottes unfassbare Wege” schreibt Nik Ripken über ein Missionskrankenhaus in einem muslimischen Land.

Seit vielen Jahren betrieb eine christliche Hilfsorganisation aus dem Westen in einer Stadt eines großen islamischen Landes ein kleines Krankenhaus (Anmerkung: Zum Schutz der Betroffenen sind keine näheren Ortsangaben möglich). Die meisten Einheimischen wussten es zu schätzen, eine gute medizinische Versorgung vor der Haustür zu haben, und sahen über die Religion der Krankenhausmitarbeiter hinweg. Was die Ärzte und Schwestern glaubten, war ihnen egal; was zählte, war, dass sie ihnen halfen, gesund zu werden. Doch ein paar radikale Muslime sahen das anders, und der fanatischste aller Gegner wohnte gleich gegenüber dem Haupteingang. Er betrieb dort einen Laden, nur ein paar Häuser von der nächsten Moschee entfernt. Jeden Freitag stand dieser Ladenbesitzer (nennen wir ihn Mahmoud) vor seiner Ladentür und versuchte, die Menge, die auf dem Weg zum Gebet vorbeiströmte, aufzuhetzen. Dann ging er selbst in die Moschee, wo er lauthals behauptete, dass die “Ungläubigen” im Krankenhaus gute Muslime übers Ohr hauten und vergifteten. Einzelne Mitarbeiter verfluchte er namentlich. Er war ein hasserfüllter Mann und ließ an keinem, der mit diesem Krankenhaus zu tun hatte, ein gutes Haar.

Open Doors red
Gottes unfassbare Wege. Ein Buch von Nik Ripken. Erschienen bei Brunnen / OpenDoors

Nach ein paar Jahren erkrankte Mahmoud unheilbar an Krebs. Seine abergläubischen muslimischen Kunden hatten Angst, sich bei ihm anzustecken, und kamen nicht mehr in seinen Laden. Jetzt war er nicht nur todkrank, sondern konnte noch nicht einmal mehr seine Frauen und seine Kinder ernähren.

Als die Mitarbeiter des Krankenhauses von Mahmouds Los erfuhren, begannen viele von ihnen, auf dem Weg zu oder von ihrer Arbeit in seinen Laden zu gehen. Sie kauften in dem Geschäft ihres ärgsten Widersachers ein. Sie unterhielten sich mit ihm und fragten, wie es seiner Familie ging. Regelmäßig erkundigten sie sich nach seiner Gesundheit, nicht ohne ihm zu sagen, dass sie für ihn beteten. Sie begannen schließlich, ihn zu pflegen, ja sogar ihn zu waschen, wenn dies nötig war. Diese Jünger und Jüngerinnen von Jesus liebten den Mann, der sie all die Jahre verfolgt hatte.

Mahmouds steinernes Herz wurde weich und sein Hass begann sich in Dankbarkeit und Freundschaft zu verwandeln. Noch in seinen letzten Lebenstagen nahm er die barmherzige und professionelle medizinische Pflege der “bösen Ungläubigen” an. Er ließ sich von denen, die er für seine Feinde gehalten hatte, helfen, in Würde und Frieden zu sterben. Kurz bevor er mit 57 Jahren starb, wurde Mahmoud selbst ein Nachfolger von Jesus.

Moumouds Tod machte seine jüngste Frau, Aischa, mit ganzen 24 Jahren zu einer Witwe von vier Kindern. Sie hatte aus nächster Nähe mitbekommen, wie die Christen aus dem Krankenhaus ihren Mann, der so viele Jahre gegen sie geflucht und gewettert hatte, liebevoll umsorgten. In seinen letzten Lebenstagen nahm auch sie Jesus als ihren Herrn an, und nach Mahmouds Tod wurde Aischa eine entschiedene Zeugin ihres neuen Glaubens und vielleicht die effektivste Evangelistin im ganzen Viertel.

Ihren muslimischen Verwandten und Freunden gelang es nicht, diese mutige junge Frau zum Schweigen zu bringen. Schließlich wurden die Behörden auf sie aufmerksam, und sie wurde, obwohl man in ihrem Land Frauen eigentlich nicht ins Gefängnis steckte, von der Polizei verhaftet. Man machte ihr die heftigsten Vorhaltungen und drohte ihr jede nur denkbare Strafe an. Dann warf man sie nicht in eine Gefängniszelle, sondern in den dunklen, muffigen, noch nicht fertiggestellten Keller des Polizeireviers. Hier gab es absolut kein Licht, und über den Lehmboden huschten Spinnen, Ratten und anderes Ungeziefer.

Aischa war völlig verängstigt und stand kurz davor, aufzugeben. Sie öffnete den Mund, um zu Gott zu schreien und zu sagen, dass sie nicht mehr konnte. Aber was aus ihrem Mund und aus ihrer Seele herauskam, war etwas ganz anderes: eine Melodie des Lobens und Dankens. Sie sang. – Überrascht und gestärkt vom Klang ihrer eigenen Stimme und überwältigt von dem frisch erwachten Bewusstsein der Gegenwart Gottes, begann sie, ihre Anbetung des Herrn noch lauter hinauszusingen.

Bald merkte sie, wie in dem Gebäude über ihr ein Büro nach dem anderen merkwürdig still wurde. Dann strömte plötzlich Licht in den finsteren Keller. Die Falltür hatte sich geöffnet. Der Polizeichef persönlich zog Aischa aus ihrem Loch heraus und sagte: “Ich werde Sie freilassen; Sie können nach Hause gehen.” …”ich selbst werde Sie nach Hause bringen … unter einer Bedingung.” “Er seufzte und schüttelte seinen Kopf. “Meine Frau, meine Töchter, sämtliche Frauen in meiner Familie haben Angst vor allem Möglichen. Aber Sie haben keine Angst. Ich werde Sie jetzt sicher nach Hause bringen, und in drei Tagen komme ich wieder bei Ihnen vorbei und hole Sie ab und fahre Sie zu meinem Haus. Ich möchte, dass Sie dort meiner ganzen Familie erklären, warum Sie keine Angst haben. Und dass Sie dieses Lied singen.”

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