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Radio Diospi Suyana

Sie zählen zu den gefährlichsten Tieren der südlichen Anden

Und wieder kam es zu einer Verletzung

Der Koloss war außer sich vor Wut. Der Angriff auf das linke Knie des Campesinos erfolgte plötzlich. Der Stier zeriss die Bänder des Gelenks und schob den Oberschenkelknochen über das Schienbeinplateau nach innen. Der Mann zog sich im letzten Augenblick an einem Baum nach oben und brachte sich in Sicherheit. Dieser Vorfall passierte am Samstagmorgen und Chirurg Dr. Lukas Steffen war wieder einmal gefordert. Unter Narkose gelang es dem Schweizer die normalen anatomischen Verhältnisse wieder herzustellen.

Dr. Ursula Buck erinnert sich an ihre erste Operation am Hospital Diospi Suyana. Ein Stier hatte sein Horn zwischen Augapfel und Knochen eines Quechua-Indianers gerammt. Auf unserer Webseite findet sich auch der Bericht einer schweren Verletzung in der Flanke eines Mannes. Wie so oft durch eine Stier-Attacke. Sogar eine Schwangere wurde Opfer eines Stiers und musste am Missionsspital notfallmäßig behandelt werden. Diese Liste ließe sich fortsetzen.

Für mich unvergesslich bleibt eine Fahrt zwischen Abancay und Curahuasi. Mitten in der Nacht fuhr ich in eine Vierergruppe von schwarzen Stieren. Mein Kotflügel war sofort eingedellt. Die Tiere hingegen gingen weiter, als ob nichts gewesen wäre.

Für die häufigsten Verletzungen sind in Südamerika allerdings die Straßenhunde verantwortlich. Deshalb sollte man nachts auf der Straße immer einige Steine in der Hand halten. Hunde nehmen bei Steinwürfen reißaus. Stiere allerdings nicht. /KDJ (Bild: Ryan Morigeau)

Das linke Knie ist durch den Stoß ausgerenkt. Die Kniescheibe ist durch den Unfall von der Mitte nach links außen verschoben.