12 Stunden Wartezeit in Frankfurt und Sao Paulo

Joe Eszterhas hat in seinem Leben einen schier unglaublichen Erfolg erreicht für den so Manch einer seine Seele verkaufen würde. Als Drehbuchautor von Filmen wie Jagged Edge, Basic Instinct, Flashdance und Showgirls, hat Eszterhas seine Millionen verdient und stieg zu einer einflussreichen Persönlichkeit in Hollywood auf.

Dann fiel sein Leben förmlich auseinander. Nur wenige Wochen nachdem er und seine Familie von Malibu nach Ohio umgezogen waren, damit die Kinder in einem eher bürgerlichen Milieu aufwachsen würden, diagnostizierten die Ärzte bei ihm Rachenkrebs. 80 % seines Kehlkopfes mussten entfernt werden. Ihm wurde aufs Schärfste geraten sofort seinen Rauch- und Alkoholkonsum einzustellen. Andernfalls ginge er geradewegs auf den Tod zu. Er hatte seit seinem 12. Lebensjahr geraucht und seit langer Zeit viel zu viel getrunken. Er befürchtete, es nicht zu schaffen, aber er wollte es zumindest versuchen.

Einen Monat später erreichte er seinen absoluten Tiefpunkt. Er spürte wie er langsam durchdrehte. Er zitterte am ganzen Körper und schrie seine Familie an. Schließlich ging der nach draußen an die frische Luft. Er erklärte: „Ich versuchte zu marschieren um meine Sucht und Abhängigkeit zu überwinden. Ich wollte meine Panik hinter mir lassen, meine Selbstzerstörung beenden und dem Tod entkommen!“

Es war ein heißer Nachmittag und das stramme Gehen strengte an. Es war heiß und er schwitzte. Er zitterte und rang nach Luft. Er sagte: „Ich begann schließlich zu weinen. Ich hyperventilierte. Ich setzte mich auf den Bürgersteig. Tränen strömten meine Wangen hinunter. Ich sah wie sie vor mir auf den Boden tropften. Mein Herz pochte laut während ich so da saß und schluchzte. Ich hörte mich nicht mehr wie ein Mensch an. Ich stöhnte wie ein verwundetes Tier.

In diesem Moment war er am Ende angelangt. Sein fabelhafter Hollywood Erfolg, sein Einfluß und sein Geld boten ihm in dieser Krise keine Hilfe. Gab es von irgendwo noch Rettung für ihn?

Als er in Schmerzen auf dem Boden hockte, hörte er sich selbst etwas murmeln, was er kaum glauben konnte: „Bitte, Gott, hilf mir!“

In seinen Memoiren schreibt Eszterhas: „Ich betete und schrie förmlich um Hilfe. Gott, bitte steh mir bei. Und ich dachte, das darf doch nicht wahr sein. Ich sitze hier und wende mich an Gott? Ich bete doch nicht etwa? Ich hatte nicht mehr an Gott gedacht seit ich noch ein Junge war. Und jetzt hörte ich wie aus der Ferne wie ich Gott immer und immer wieder anflehte mir zu helfen!“

Plötzlich beruhigte sich sein Herzschlag. Sein Zittern verschwand und er konnte sich wieder aufrichten. Er sah ein schimmerndes, fast blendendes Licht um sich herum und er musste sich seine Augen zuhalten. Das Licht verblasste und er ging langsam nach Hause. „Etwas geschah mit mir an jenem schrecklichen Tag vor sieben Jahren als ich auf dem Pflaster saß. Eine lange Zeit wusste ich nicht so recht wie ich es beschreiben sollte. Aber jetzt weiß ich genau was passierte: „Gott hatte mich angenommen!“

Viele Jahre lang hatte Joe Eszterhas sich über Christen und ihre Bekehrungserlebnisse belustigt. Auch hatte er stets seine Kinder gelehrt, dass Gott eine völlig irrelevante Vorstellung sei.

(In Sao Paulo aus dem englischen übersetzt von KDJ)