Rudolf John * 3. Januar 1925 + 30. März 2011

am gestrigen Mittwoch verstarb mein Vater Rudolf John im Alter von 86 Jahren. Er hatte meine Mutter Wanda John bis zu ihrem Tode im Februar 2010 sieben Jahre lang gepflegt. Obwohl meine Mutter an Alzheimer erkrankt war, haben wir Kinder nie einen einzigen ungeduldigen Satz aus dem Munde meines Vaters gehört. Die letzten Worte meiner Mutter, bevor sie vor ihrem Ableben ins Koma rutschte, lauteten: „Mein lieber Rudi!“ Diese Liebeserklärung gewann nach 56 Ehejahren eine besondere Bedeutung.

Als meine Eltern 2002 von der Idee meiner Frau Martina und mir hörten, in Peru ein Krankenhaus nur mit Spenden zu bauen, waren sie sich nicht sicher, ob diese Vision jemals umgesetzt werden könnte. Aber sie haben unseren Traum schon in der Anfangsphase durch regelmäßige finanzielle Zuwendungen unterstützt.

Der gebürtige Schlesier verbrachte nach dem 2. Weltkrieg schwere Monate in französischer Gefangenschaft. Mit einer mutigen Flucht, die zwei Wochen dauerte, gelangte er schließlich nach Deutschland. Seine Erfahrungen der Treue Gottes in jenen schicksalhaften Tagen haben uns Kinder stets ermutigt ebenfalls mit Gottes Eingreifen zu rechnen. Diospi Suyana als Kette von Gebetserhörungen geht in meinem Leben nicht zuletzt auf das Beispiel meines Vaters zurück.

Der Glaube an einen persönlichen Gott kann nicht durch die Genetik von einer Generation zur nächsten weitergeben werden. Aber wenn meine Geschwister Helga und Hartmut John sowie Gerlinde Bürger ihr Vertrauen bewusst auf Gott setzen, hat das sicherlich auch eine Menge mit dem Vorbildcharakter meiner Eltern zu tun. Unvergesslich bleibt für uns wie meine Eltern allabendlich vor ihrem Bett zum Gebet niederknieten.

Am Montag konnte ich meinem Vater am Bett noch zwei Kapitel aus dem Römerbrief und dem Johannesevangelium vorlesen. Sie handeln von der Auferstehung der Menschen, die möglich wird durch die Auferstehung Christi vor 2000 Jahren.

Er schlief gestern um 8:15 Uhr friedlich ein. Als ich mich vorgestern von ihm verabschiedete, um nach Peru zurückzufliegen, haben wir uns auf ein Wiedersehen im Himmel fest verabredet.  Wenn Sie Christus vertrauen, können Sie dann übrigens dabei sein.  /KDJ