Romulo Sauñe 1992 ermordet

Am 23. Juni 1992 verlieh in Manila die Weltgemeinschaft Evangelischer Kirchen zum ersten Mal den "Preis für religiöse Freiheit". Christen aus allen fünf Kontinenten ehrten in dieser feierlichen Zeremonie den Quechua-Pastor Romulo Sauñe für sein tapferes Glaubensbekenntnis trotz religiöser Verfolgung.

Drei Monate später am 5. September 1992 erschossen Guerillas des "Leuchtenden Pfades" Romulo Sauñe an einer Straßensperre im Bundesstaat Ayacucho. Warum war dieser energiegeladene Quechua-Führer den maoistisch geprägten Terroristen ein Dorn im Auge?

Romulo Sauñe hatte die erste Bibelübersetzung in das Quechua, die Sprache der alten Inkas, auf den Weg gebracht. Durch seine mühevolle Übersetzungsarbeit gelang das Evangelium von Jesus Christus selbst in die entlegensten Bergdörfer der Anden. Die Ermordung Romulos durch seine atheistischen Widersacher beeinträchtigte aber sein Lebenswerk in keiner Weise. Die Ausbreitung der Bibel in den indianischen Dorfgemeinschaften sollte maßgeblich zur politischen Niederlage des Terrorismus beitragen.

Vor einigen Tagen erhielt Diospi Suyana aus den USA die Anfrage einer Medizinstudentin. Die junge Dame peruanischer Abstammung bemühte sich freundlich um einen Praktikumsplatz am Missionsspital. In ihrem Lebenslauf erwähnte sie den gewaltsamen Tod ihres Vaters durch Terroristen des Leuchtenden Pfades. Ihr Familienname lautete "Sauñe" und das Todesjahr ihres Vaters fiel auf 1992.

Nun, der Name "Sauñe" ist in Peru unter den Quechuas nicht ungewöhnlich und in den bürgerkriegsähnlichen Wirren der 80er und 90er Jahre kamen 69.000 Menschen zu Tode.

Aber einer inneren Eingebung folgend stellte Dr. John der Studentin per Email eine interessante Frage: "War Romulo Sauñe vielleicht ein Verwandter von Ihnen, vielleicht ihr Onkel?" Am Sonntagmorgen traf umgehend die Antwort ein: "Nein, er war mein Vater!"

Die gesamte Familie Sauñe, die ihren Stammbaum auf die Inka-Aristokratie zurückverfolgen kann, ist aus der evangelischen Bewegung des Quechua-Volkes nicht wegzudenken. Die Mitarbeit der Tochter des ermordeten Quechua-Pastors Romulo Sauñe am Missionskrankenhaus wäre für Diospi Suyana eine ganz große Ehre.

Pastor Sauñe wußte damals genau, dass seine Predigten über Christus früher oder später zu seiner Liquidierung führen würden. Trotzdem predigte er mit großer Hingabe vom dem Mann am Kreuz, der noch in den letzten Augenblicken seines Lebens für seine Feinde gebetet hatte.  Mit dieser Botschaft der Liebe hat der Gekreuzigte vor 2000 Jahren gewonnen und Romulo Sauñe ebenfalls.

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