
Gebete am Bett eines Kindes im Koma
April 2025. Während tausende Jugendliche in Curahuasi ein unvergessliches Festival feierten, kämpfte ein kleiner Junge auf der Krankenstation gegen den Tod. In den Tagen zuvor hatten seine Eltern intuitiv gemerkt, dass Milan ernsthaft erkrankt war. Dreimal brachten sie ihn zu einem Regierungskrankenhaus und dreimal wurde er mit Tabletten und guten Worten nach Hause geschickt. Als der Kleine sichtlich eintrübte, fuhren sie über die Berge zum Hospital Diospi Suyana. Bald stand die Diagnose fest:

Der Vierjährige litt an einer Hirnhautentzündung durch Pneumokokken. Trotz der umfassenden Behandlung glitt er ins Koma. Seine physikalischen Parameter verschlechterten sich von Tag zu Tag.
Niemand wusste, ob er überleben würde. Und falls doch, in welcher mentalen Verfassung er den Rest seiner Tage verbringen müsste.
Es war der 1. Mai. Die Jugendlichen befanden sich auf der Heimreise. Einige der letzten internationalen Gäste erhielten eine Führung durch das Spital. Schließlich versammelten sich zehn Personen an einem Krankenhausbett. Der bewegungslose Körper unter der Decke war der von Milan. Nicht ansprechbar und seit Tagen ohne jede Fortschritte. Ob Gebete in so einer trostlosen Situation helfen können? Reihum schickten die Besucher ihre Fürbitten gen Himmel. Die Worte kamen aus tiefsten Herzen. Es flossen Tränen der Rührung. „Gott, bitte greife ein!“
Gestern brachte die Mutter ihren Sohn zur Untersuchung. Kinderärztin Dr. Martina John hatte allen Grund zur Freude. Der Patient ist längst aus dem Koma erwacht. Er versteht alles und kann wieder sitzen und laufen. Für seine Spastik erhält er in unserer Physiotherapie eine entsprechende Versorgung. Mittlerweile ist die Familie ganz nach Curahuasi gezogen. Seine Schwester besucht das Colegio Diospi Suyana.
Die Zehn, die sich vor einem halben Jahr zum Gebet niederknieten, werden diese bangen Augenblicke niemals vergessen. Gott war gnädig. Milan lebt. Und nun lernt er Tag für Tag Fähigkeiten, die für immer verloren schienen. /KDJ











