„Mehr als erwartet“ – Wir beginnen das Jahr 2026 mit einer Geschichte

Ein Kapitel aus dem neuen Buch von Dr. Benjamin Zeier

Nicht Zahlen beflügeln uns, sondern Geschichten. Sie erklären den Sachverhalt am Beispiel von persönlichen Begegnungen und sie erfüllen uns mit Emotionen. Das Kapitel „Roxana“ ist das letzte im aktuellen Buch unseres Urologen. Es zeigt die erschreckende Not der Bergbevölkerung und die Lösungen, die Diospi Suyana anbietet.

ROXANA

17. Oktober 2022. Gegen 10 Uhr geht Roxana aus einer provisorischen Küche in ein Nebenzimmer. Unweit einer Mine
arbeitet sie in einer aus Planen zusammengeschusterten Unterkunft. Sie ist gerade dabei, das Mittagessen für ihren Cousin vorzubereiten. Das Letzte, woran sie sich erinnert, ist, dass sie den frisch gewaschenen Reis holen möchte. Dann wird es dunkel.
Als sie wieder zu sich kommt, ist sie komplett verschüttet. Von Kopf bis Fuß unter der Erde. Die Geröllbrocken wiegen so schwer, dass sie nicht atmen kann. Ihre Arme und Beine sind wie einzementiert. Sie versucht zu schreien, aber ihr Gesicht und der Mund sind verschüttet. In diesem Moment weiß sie, dass sie sterben wird. Ihr letzter Gedanke: „Meine Tochter.“ Mit aller Gewalt gelingt es ihr, den linken Arm zu befreien. Im Todeskampf versucht sie, mit den Fingern den Mund freizuräumen. Mit letzter Kraft ruft sie: „Helft mir.“ Zuerst hört sie niemand, denn die Schlammlawine hat sie mit ins
Tal gerissen. Was sie da noch nicht weiß, ist, dass die halbe Siedlung zerstört ist. Ein Baby und ein Jugendlicher
kommen in den Trümmern ums Leben. Zwei weitere werden lebensgefährlich verletzt. Starkregen und ein Bagger hatten bei Straßenarbeiten einen Erdrutsch verursacht. In diesem Moment ist das alles belanglos. Es geht um Leben und Tod.

Wer ist diese Frau, die da unter Geröll liegt?

Roxana wurde als Älteste von vier Kindern in den Bergen Perus geboren. In ihrer Jugendzeit ließ der Vater die Familie sitzen. Von da an lebte ihre Mutter mit den vier Kindern allein in den Bergen. Ihr Zuhause war aus Felsbrocken zusammengebaut. Kein Wasser. Kein Strom. Kein Abwasser. Ein Loch im Boden diente als Klo. Im Fluss wusch man sich. Auf weit über 3000 Metern Höhe. Das Leben war hart und kalt.

Mit zwölf kam sie in ein Heim. Die Bildung in ihrem kleinen Dörfchen war nur bis zur 6. Klasse möglich. Danach fing sie an, zu arbeiten. Als Hausmädchen und Babysitterin. Alles, um die Geschwister zu versorgen. Allen voran ihren kleinen Bruder, der Mechaniker werden wollte. Als sie nach eineinhalb Jahren die Kosten für die Schulausbildung ihres Bruders nicht mehr aufbringen konnte, war dieser gezwungen, die Ausbildung abzubrechen.

Mit 20 Jahren wurde sie ungewollt schwanger. Zurück im Elternhaus, machte ihr die Mutter klar, dass diese Schwangerschaft ihr eigenes Problem sei. Der Bauch wuchs, während sie täglich hart auf dem Feld arbeitete. Bis eines
Tages, mitten bei der Arbeit, die Geburt losging. Die Schmerzen wurden unerträglich. Stundenlang fuhren sie bis ins nächste Krankenhaus. Dort angekommen, führten die Ärzte unverzüglich einen Notkaiserschnitt durch. Vergebens. Ihre Tochter verstarb nach drei Wochen im Krankenhaus. Zurück blieben eine traumatisierte junge Frau und ein Berg von Babyklamotten. Diese hatte sie während der Schwangerschaft selbst genäht.

Mit 20 Jahren machte sie sich eines Nachts auf den Weg nach Chile. Sie hatte gehört, dass man dort als Erntehelferin gutes Geld verdienen könnte. Die Arbeitsagentur, die diese Jobs vermittelte, wollte allerdings Bares sehen. Das hatte sie nicht. Und so strandete sie in Tacna an einem Busbahnhof. Als sie ratlos herumstand, sprach sie ein 50-jähriger Mann an. Ohne zu zögern, stieg sie in sein Auto und fuhr mit ihm über die Grenze ins Ausland. Sechs Monate lebte sie dort als Haushaltshilfe.
Oder sagen wir lieber als Sklavin. Ohne würdige Behandlung. Ohne gute Bezahlung. Ohne Rechte. Aber immerhin mit einem Dach über dem Kopf. Bis eines Abends die wütende Ehefrau sie vor die Tür setzte. Da stand sie wieder. Allein.

Zurück in Peru meinte es das Schicksal gut mit ihr. Zumindest glaubte sie das, als sie auf einer Busreise Anderson kennenlernte. Der charmante junge Mann hatte ein Haus in Arequipa. Sie verliebte sich Hals über Kopf. Und er hielt um ihre Hand an. Das Glück sollte nicht von Dauer sein. Beleidigungen. Häusliche Gewalt. Ohne Einkommen war sie von ihm finanziell abhängig. Wann immer ihm danach war, schmiss er sie daheim raus. Und Roxana? Sie zeigte ihn an. Hatte Beweise. Anderson und seine Mutter hatten allerdings Geld und Kontakte bei der Polizei sowie der Justiz. Als wegen schwerer häuslicher Gewalt eine Gefängnisstrafe drohte, lachte die Familie von Anderson nur. Trotz aller Beweise wurde er nie verurteilt, geschweige denn verhaftet. Dazu kam, dass Roxana zu diesem Zeitpunkt erneut schwanger war. Von Anderson. Als es unerträglich wurde, lieh sie sich Geld bei einer Nachbarin und floh in einer Nacht-und-Nebel-Aktion.
Nur, um etwas später von ihrem Verlobten und dessen Mutter Besuch zu bekommen. Sie machten ihr und der Familie klar, dass Roxana wieder zurückkommen müsse. Schließlich hatte Anderson für sie bezahlt. Einen Sack Reis und eine Kiste Obst. Das stimmte sogar. Als er um ihre Hand anhielt, hatte er Roxanas Mutter dies mitgebracht. Irgendwann gab sie dem Druck ihrer Familie nach und zog erneut zu diesem Tyrannen. Zwei Monate hatte sie Ruhe, bevor die Gewaltspirale wieder von vorn losging. Ihre Lage war aussichtslos. Die Situation besserte sich erst, als Anderson und Roxana anfingen, eine Fernbeziehung zu führen. Er fuhr wochenlang in den Dschungel, um in Minen zu arbeiten. Sie schlug sich als Kochhilfe bei einem Cousin in einem kleinen Bergdorf durch.

Am 16. Oktober abends erreichte sie das Dorf. Es war spät. Am nächsten Morgen traf sie ihre Mutter zum Frühstück. Lange Zeit hatten sie sich nicht mehr gesehen. Die Mutter wohnte unweit des Cousins, für den Roxana arbeitete. Als sie zum ersten Mal auf die Uhr schaute, war es 9 Uhr. Wenn sie das Mittagessen pünktlich um 12 Uhr fertig haben wollte, müsste sie in einer halben Stunde aufbrechen. Ihre Tochter war während des Frühstücks eingeschlafen. Und so ging sie allein. Ihre Tochter blieb bei der Oma. Als sie gerade den Reis vorbereitete, ging plötzlich alles ganz schnell. Dann wurde es dunkel.

Anfangs hörte niemand ihre zarten Schreie. Die Schlammlawine hatte sie ins Tal mitgerissen. Bis sie jemand entdeckte
und immer mehr Dorfbewohner zusammenliefen. Mit bloßen Händen gruben sie Roxana frei. Bis sie irgendwann an der Oberfläche lag. Schmerzen hatte sie keine. Noch nicht. Ab der Hüfte spürte sie nichts mehr. Im Schock blickte sie auf ihr rechtes Bein, das am Unterschenkel völlig zerfetzt war. Die gesamte Haut war aufgerissen. Zertrümmerte Knochenreste ragten heraus. Und überall Blut. Fast so, als wäre sie auf eine Landmine getreten. Die Dorfbewohner packten den schwer verletzten Körper auf eine Decke und trugen sie bis zum nächsten Feldweg. Dann hievten sie Roxana auf die Rücksitzbank
eines Kombis. Mit Vollgas ging es los. Von Caiman, wo der Unfall passierte, nach Cuasa. Ohne Arzt. Ohne Verband. Ohne Anästhesie. Das Einzige, was der Fahrer sagte: „Wenn du es vor Schmerzen nicht mehr aushältst, schlag gegen das
Auto. Dann halte ich kurz an.“ Langsam kam das Gefühl zurück. Und mit ihm ein höllischer Schmerz.

Sechs Stunden nach dem Unfall kamen sie im Gesundheitsposten von Cuasa an. Die Krankenschwester schüttelte nur den Kopf. Sie konnte ihnen nicht helfen. Und außerdem würde Roxana das ohnehin nicht überleben. Ihre Angehörigen gaben nicht auf. Schließlich lieh man ihnen den örtlichen Rettungswagen. Problem nur: Dieser hatte weder einen Fahrer noch Benzin. Ihr Halbbruder erklärte sich bereit, die Ambulanz zu fahren. Der Rest der Mannschaft besorgte Sprit. Dann ging es los nach Ayaviri. Die nächste Stadt mit einem Krankenhaus. Um1Uhrnachts kamen sie dort an. Roxana war fast tot.
Niemand hatte bis hierher die Blutung gestillt. Der Kombi und nun auch die Ambulanz standen voll mit Blut. Immer
wieder verschwammen ihre Erinnerungen, weil sie ohnmächtig wurde. 15 Stunden nach dem Unfall behandelte das erste Mal ein Arzt die Wunde. Wenn die junge Frau eine Überlebenschance haben sollte, müsste man ihr schnellstmöglich das Bein amputieren. Eine OP kam in diesem instabilen Zustand allerdings nicht infrage. Nachdem die Wunde im Hospital San Juan de Dios gewaschen und notdürftig versorgt wurde, riet man ihr, schnellstmöglich in die nächstgrößere Stadt zu fahren. In
Juliaca gäbe es ein urologisches Zentrum, in dem zusätzlich ein Unfallchirurg praktizieren würde. Wieder war es ihr
Halbbruder, der sie mit dem geliehenen Rettungswagen aus Cuasa die 90 Minuten in die nächste Stadt fuhr. Nach mehr
als einem Tag war sie bei einem Experten angekommen, der ihr zumindest anbot, das Bein zu operieren. Wie üblich in
Peru wollte er dafür zuallererst Geld sehen. Die Summen stiegen: 5000, 10 000, später 60 000 Soles. Mit jeder Rechnung lieh sich Roxana mehr Geld bei Verwandten. Häuser wurden verpfändet. Kredite von Cousins und Geschwistern aufgenommen. Die meisten würden das Geld irgendwann wieder zurückfordern.

Der Unfallchirurg konnte nicht sofort operieren. Durch den extremen Blutverlust waren erst Bluttransfusionen notwendig. Eine Blutbank gab es nicht. Außerdem machte es ihre außergewöhnliche Blutgruppe schwer, passende Spender zu finden. Schließlich waren es der Pförtner und sein Sohn sowie zwei Angehörige, die insgesamt fünf Blutkonserven spendeten. Die beiden Erstgenannten ließen sich das mit einem halben Monatsgehalt bezahlen. Als nach der Operation auch das Gewebe am Oberschenkel abstarb, musste nahezu die gesamte Haut am rechten Bein entfernt werden. Einmal lag sie vor Schmerzen schreiend im Bett, als die Schwester herankam. Sie flehte sie an, ihr ein Schmerzmittel zu verabreichen. Diese entgegnete nur, dass die Angehörigen nicht bezahlt hätten. Und solange die Rechnung nicht gedeckt sei, gäbe es kein weiteres
Schmerzmittel. Die Schwester ging zum Zimmer heraus und schloss die Tür hinter sich.

In dieser Zeit tauchte ihr Verlobter Anderson mit seiner Mutter bei ihr am Krankenbett auf. Das erste Mal schien es, als würde Anderson Mitgefühl zeigen. Seine Mutter stellte ihm allerdings ein Ultimatum. Wenn er nicht bis heute Abend wieder zurück in Arequipa sei, würde sie ihn als Sohn verstoßen. „Roxana“, so sagte sie, „du bist invalide. Wer braucht schon so jemanden? Mein Sohn auf jeden Fall nicht.“ Anderson verließ sie noch am selben Tag. Nicht, ohne das Handy mitzunehmen, das er Roxana Monate zuvor geschenkt hatte. Auch ihre eigene Familie stieß in dasselbe Horn. All das war ihr als ein Fluch Gottes geschehen. Für das, was sie bisher falsch gemacht hatte. Nach einem Monat war kein Geld mehr da. Völlig überschuldet verließ sie die Klinik. Ein Verwandter in Juliaca bot ihr ein Zimmer an. Die nächsten sechs Monate
verbrachte sie dort liegend. Immer, wenn sie ihr Bein anhob, knickte es in der Mitte des Schienbeines ab. Unaufhaltsam floss Eiter aus der Wunde. Zwischenzeitlich hatte ihr der Unfallchirurg einen Experten in Lima empfohlen. Dieser wollte allerdings 120 000 Soles für die Behandlung. Eine unvorstellbare Summe. Für Roxana wäre es der Lohn, den sie in zehn Jahren verdienen würde! Mittellos, hoch verschuldet, invalide, depressiv.

Roxana fristete ihre Zeit ohne jede Perspektive. Ohne jede Hoffnung. Bis eines Tages ihre Mutter mit einer unglaublichen Neuigkeit um die Ecke kam. Unterwegs in der Stadt hatte sie einen jungen Mann getroffen, der ihr von einem Hospital in Curahuasi erzählte. Dort gäbe es Ärzte, die arme Menschen behandeln würden, ohne dafür Unsummen zu verlangen.
In Roxana keimte Hoffnung. Sollte das die Chance sein, an die sie gar nicht mehr geglaubt hatte? Sie suchte bei Google „Hospital Curahuasi“ und stieß auf Diospi Suyana. Schnell fand sie YouTube-Videos über das Hospital in den Anden. Und dann las sie diesen Satz: „Diospi Suyana existiert, um die Liebe Gottes mit den Quechua zu teilen.“ Sie war Quechua. Roxana war gepackt. Mut keimte auf. Alles, was sie hatte, war eine handgestrickte Decke, die sie verkaufte, um die Fahrt bezahlen zu können. Der junge Mann erklärte sich bereit, Roxana nach Curahuasi zu bringen. Juliaca liegt neun Stunden Fahrzeit entfernt. Er wollte nichts dafür. Wenn sie den Sprit bezahlen würde, würde er sie kostenlos fahren. Tage später machte sie sich mit ihrer Tochter, ihrer Mutter und einem Sack Kartoffeln auf den Weg. Ohne Geld, aber mit jeder Menge Hoffnung.
Roxana hat seit dieser Fahrt diesen jungen Mann nie wieder gesehen. Sie hat schon oft nach ihm Ausschau gehalten. Er, der ihr den Weg nach Curahuasi zeigte und dafür noch nicht einmal einen Lohn wollte. Sie hat bis heute keine Kontaktdaten von ihm. Vielleicht war es ein Engel.

Sie kamen um 18 Uhr in Curahuasi an. Da waren die Behandlungstickets für diesen Tag schon lange vergeben. Als mir Roxana diese Geschichte erzählt, sitzen wir im zweiten Stock unseres Medienzentrums. Direkt hinter unserem Hospital. Ihr bleiben die Worte weg. Sie fängt an, zu schluchzen. Bis hierher hat sie mir tapfer ihre Geschichte erzählt. Als sie wieder reden kann, fährt sie fort: „Als wir ankamen und der Mann vor der Tür parkte, sah ich das Krankenhaus.“ Wieder bricht ihre Stimme. Dann sagt sie leise: „Ein heiliger Ort.“ Roxana blieb am nächsten Morgen in der schäbigen Unterkunft, die sie für nicht einmal zwei Euro pro Nacht gemietet hatte. Ihre Mutter stellte sich in der Warteschlange an. Mit Erfolg. Roxana kam über unsere Notaufnahme ins Hospital. Als unser Traumatologe Dr. Fritz die Bilder sah, war auch ihm klar, dass dies ein
außergewöhnlicher Fall sei. Nicht nur, weil seit dem Unfall mehr als ein Dreivierteljahr vergangen war. Überall lief Eiter aus der Wunde. Dazu zeigte das Röntgenbild den katastrophalen Befund des Schienbeins. Unser Traumatologe blickte der Realität ins Auge. Roxana stand näher an einer Amputation des Beines als an einer Heilung. Trotzdem gab er ihr einen Termin für eine Nachuntersuchung. Dazu Medikamente, Verbandsmaterial und Binden.

Als mir Roxana von dieser Begegnung erzählt, kommen ihr wieder die Tränen. Und ihre Worte machen klar, warum
sie das so berührt. „Dr. Fritz“, sagt sie, „ist für mich wie ein Vater geworden. Er war der erste Mann in meinem Leben,
der mir Liebe zeigte, ohne etwas dafür zu wollen.“ Der Kontrolltermin kam. Dr. Fritz hatte in der Zwischenzeit einen Behandlungsplan erstellt, der auch die Amputation als Option vorsah. Das bedeutete, dass vor der Operation eine Vorstellung in unserem orthopädischen Zentrum nötig war. Bis heute erinnert sich Roxana daran, wie sie nach der Untersuchung mit unseren beiden Orthopädietechnikern zusammen betete. Wieder ein Moment der Hoffnung, der ihr die Gewissheit gab, dass alles gut werden würde. Was in den nächsten Wochen geschah, war für Roxana wie der Himmel auf Erden. In mehreren Operationen gelang Dr. Fritz das scheinbar Unmögliche. Der Knochen heilte. Was dieser kurze Satz beschreibt, wiegt mehr als tausend Worte. Es gibt keinen anderen Traumatologen in Peru, der sich mit so viel Einsatz und Herzblut dieses Falls annahm. Er besorgte Knochenmaterial in Deutschland, das er auf eigene Rechnung nach Peru brachte. Ein ganzer Teil ihres Unterschenkelknochens hatte sich durch die eitrige Entzündung schlichtweg aufgelöst. Als sie von ihrem monatelangen Aufenthalt in unserer Klinik erzählt, gerät sie ins Schwärmen. Da ist Wendy, eine Physiotherapeutin, die sie in ihr Herz schloss. Da ist Zoe, eine andere Physiotherapeutin, die ihr Schokolade brachte. Schwestern, die sich um sie sorgten und ihr Schmerzmittel brachten, wenn sie es brauchte. Menschen, die für sie beteten und ihr Mut zusprachen. „Und dann“, sagt sie, „begegnete mir ein Engel. Julia.“ Eine unserer Physiotherapeutinnen, die für sie bis heute eine Freundin
geblieben ist.

Roxana konnte irgendwann unser Hospital verlassen. Mit Gehstützen. Dr. Fritz kontrollierte regelmäßig den Heilungsprozess und unsere Physiotherapie begleitete sie jede Woche. Bis im Februar bei einer radiologischen Kontrolluntersuchung alle sprachlos staunten. Was da zu sehen war, beschrieb Dr. Fritz am Folgetag in unserer Arztbesprechung als ein Wunder. Knochen war dort unerwartet schnell nachgewachsen, wo zuvor kein Knochen
mehr zu sehen war. Seit Februar 2024 kann Roxana wieder laufen. Mit zwei gesunden Beinen. Ohne Gehhilfen. Ohne Unterstützung. Heute lebt sie in Curahuasi mit ihrem kleinen Bruder und ihrer Tochter. Beide haben ein Stipendium in der
Diospi-Suyana-Schule bekommen. Und beide haben die Chance auf eine bessere Zukunft. Als ich sie zum Abschied frage, was Diospi Suyana für sie ist, überlegt Roxana kurz. Dann meint sie: „Liebe, Gesundheit, Glaube und Hoffnung.“ Roxana hat ihren Glauben an Jesus Christus wiedergefunden. Für sie ist Diospi Suyana der Lieblingsort auf Erden geworden. Der Ort, an dem sie sich Gott nahe fühlt. Hier hat sie das erste Mal Liebe erfahren, die durch Taten sichtbar wurde.

Sie können das Buch über den folgenden Link bestellen: https://payhip.com/missionsarzt?ref=missionsarzt.de

Diospi Suyana ist keine NGO, die großzügige Spenden von den Vereinten Nationen erhält. Diospi Suyana ist ein Werk Gottes, das unzähligen Menschen zum Segen geworden ist. Bis gestern Abend wurden über 611.000 Patienten behandelt. /KDJ

1 Antwort
  1. Dag Dittert

    Welch eine Diskrepanz:
    Die Nachrichten heute: kurz und schlecht
    Der Bericht hier: lang und gut

    Danke!

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