Auch mit blauen Augen sind sie da

Ein Bericht von Krankenschwester Marit Weilbach

Eine bunte Truppe laut gröhlender Teenies zwischen 12 und 14 Jahren bevölkert den Eingang zum Kinderclubgelände. Ungeduldig warten sie auf Einlass. Einige haben ihre Batterieradios dabei um sich die Zeit bis zu Beginn zu vertreiben. 

Es ist eine wilde Truppe von ca. 40 Teenagern im besten Alter. Es wird gekichert, gequasselt, sich geneckt und naja manchmal da haben sie auch keine Lust zu gar nichts. Man muss schon seine feinen Antennen ausfahren um die momentane Stimmung der Kids abzufangen. Es wird gespielt, gesungen, eine kurze, knackige Message aus der Bibel aufgenommen und natürlich viel gelacht. Oft gibt es auch noch einen Snack auf den Nachhauseweg.

Doch manchmal wird es auch ernst und wir Mitarbeiter werden mit den verschiedensten Problemen der Kids konfrontiert. Alkohol und Gewalt in der Familie ist immer ein ganz großes Thema. Oft sehen wir die Jugendlichen mit blauen Flecken oder wie neulich mit angeschwollenen Augen und sichtbaren Verletzungen. Auch die Vernachlässigung und Abschätzung der Kinder durch ihre Eltern spüren wir im Verhalten deutlich.

Es ist nicht leicht bei 40 Leuten keinen aus den Augen zu verlieren, doch alle wissen das sie bei uns einen Freund mit offenem Ohr und weitem Herz finden. Wir reden über ihre Träume, Wünsche und ihre Begabungen. Wir loben sie und spornen sie an, wir lehren und wir ermahnen. Wir motivieren und wir borgen unsere Schulter zum Ausweinen. Wir lieben sie alle von Herzen, die Schüchternen, die Vorlauten, die kleinen Machos und die Prinzessinnen, denn sie sind alle von Gott Erwählte.

Auch der zweite darauffolgende Club ab 19.00 ist mit ca. 50 Jugendlichen zwischen 15-19 anspruchsvoll. Sie sind reifer und ruhiger und die Frage nach der Zukunft ist brennend. Miteinander Zeit verbringen steht im Vordergrund und dann philosophieren wir auch mal zusammen am Lagerfeuer, stürzen uns in die Fluten und konkurrieren im Sport. Es ist so eine Freude auch Veränderungen zu Erleben und zu sehen wie Wunder geschehen.

Bitte beten sie für die Jugendlichen und ihre Zukunft. Anders als in Deutschland müssen sie hier für ihre Träume hart kämpfen und  viele Opfer bringen. Es ist ein Segen für sie hier da zu sein.

„Lasst die Kinder zu mir kommen und hindert sie nicht, denn für Menschen wie sie ist das Reich Gottes bestimmt.“ Matth.19,14