Kennen Sie den Sohn von Helene Fischer?


Wir schon: Er gehört zum Dunstkreis von Diospi Suyana

Louis Fischer erblickt am 24. 11. 1997 in Hannover das Licht der Welt. Seine Eltern Konstantin und Helene Fischer emigrierten kurz nach dem Fall des Eisernen Vorhangs aus Kasachstan nach Deutschland. Der Fleiß und die Sparsamkeit seiner Familie werden Louis‘ Leben prägen.

Der Junge ist ein schlauer Kopf mit einer starken sozialen Kompetenz. Schon als Schüler backt und kocht er hobbymäßig zu Hause, um die lukullischen Ergebnisse seiner Mühen in der Schule zu verschenken. Viele andere hätten wohl nur den Reibach im Sinn gehabt.

Der Gymnasiast der Humboldt-Schule in Hannover nähert sich dem Abitur. Wie wird sein Leben weitergehen?

Im Herbst 2015 liest seine Mutter Helene ein Buch über Diospi Suyana. Der Titel „Ich habe Gott gesehen“ ist eine interessante Lektüre für einige lange Abendstunden. Dann kommt ein Augenblick mitten in der Nacht, der das Leben ihres Sohnes für immer beeinflussen wird. Nachdem sie die letzte Seite des Bandes gelesen hat, kniet sie am Bettrand nieder und spricht ein Gebet. Ihr Seufzen vor Gott entspringt ihrem tiefsten Herzen. „Bitte Gott, lass doch meinen Sohn Louis bei Diospi Suyana in irgendeiner Form beteiligt sein!“

Helene belässt es nicht beim Hoffen und Beten, sondern sie macht sich schlau. Und bald hat sie herausgefunden, dass junge Leute bei Diospi Suyana ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvieren können. Mit dieser interessanten Perspektive als Vorschlag spricht sie mit Louis. Ihr Filius hat nichts dagegen. Südamerika kennt er schon ein wenig von einem zweimonatigen Aufenthalt in Ecuador als Gastschüler.

Nun geht alles ziemlich schnell. Nach der offiziellen Bewerbung folgt im Sommer 2016 die Ausreise. Die Zeit bei Diospi Suyana wird bei Louis bleibende Spuren hinterlassen und seine Persönlichkeit festigen. Er stellt sich mutig den Herausforderungen. Gleich in acht Klassen erteilt er nun Sportunterricht. Und regelmäßig backt er in der Krankenhausküche Brot für die Belegschaft. Die Monate in Curahuasi sind beileibe kein Sommer-Camp für Abenteurer. Vielmehr wird eine verbindliche Mitarbeit über viele Monate gefordert. Zuverlässigkeit, Leistungsbereitschaft und Enthusiasmus.

Als der Hannoveraner am Ende seine Koffer packt, spricht er einen Satz aus, der schon fast prophetisch anmutet: “Man muss gehen um wiederkommen zu können!“

Louis Fischer beginnt ein Studium in “International Management“ an der European School of Business in Reutlingen. Und als ein weiterer Eignungstest für höhere Weihen verlegt er 2021 seinen Studienort nach Sao Paulo. Erst 24 Jahre alt stellt er sich der Kompetivität der „Fundação Getulio Vargas“, eine der renommiertesten privaten Hochschulen Latein Amerikas.

Rückblende: Lous Fischer hat das erste Semester beendet. Er setzt sich an den Schreibtisch und entwickelt eine Art Lebensplanung. Seine Gedanken bringt er zu Papier. Dabei wird er ziemlich konkret mit Chronogramm und selbstgesteckten Zielen. Das Wort „Diospi Suyana“ steht auch auf dem Zettel. Dort will er früher oder später hin und eine wichtige Leitungsfunktion ausüben.

Ein Beitrag von Louis im Europolitan, dem ESB Reutlingen Alumni Quarterly
Ein Beitrag von Louis Fischer im Europolitan, dem ESB Reutlingen Alumni Quarterly

Oktober 2021. Sein Handy klingelt. Dr. Klaus John ruft ihn aus heiterem Himmel über WhatsApp an. „Louis, wir brauchen bald einen neuen Verwaltungsleiter. Hast Du Interesse und traust Du Dir diese Aufgabe zu?“

Herr Fischer Junior hat keinen Hang zu vorschnellen Entschlüssen. Er grübelt nach und betet. Schließlich involviert er seine Familie und informiert seine deutsche Kirchengemeinde. Es entwickelt sich eine gemeinschaftliche Suche nach dem besten Weg für einen Mann, der seine Aspirationen bewusst dem Willen Gottes unterstellt hat.

So mancher würde bei der Aussicht die Verwaltung eines Großunternehmens zu übernehmen feuchte Hände bekommen. Nicht so Louis. Angst hat er keine. Er weiß ja, dass wir als Christen mit der Hilfe Gottes rechnen können. Und zwar in jeder Situation. Nach mittlerweile fünf Besuchen bei Diospi Suyana fühlt er sich innerlich mehr und mehr vorbereitet. Deutsch und Spanisch spricht er wie aus dem FF und außerdem auch die Sprachen Englisch, Portugiesisch, Französisch und Russisch.

„Hast Du die Führung Gottes mal persönlich erlebt?“ Die Frage schwebt durch den Raum und Louis denkt für einige Augenblicke nach. „Im März 2021 habe ich in Rio de Janeiro mit zwei Bekannten eine Favela (Slum) besucht. Plötzlich standen vor uns zwei schwerbewaffnete Männer und wir fanden uns völlig unerwartet in einer extrem brenzligen Situation wieder. Überraschenderweise kamen wir ungeschoren davon. Am nächsten Tag hörte ich von meiner Mutter, dass sie just in diesem Moment in Deutschland den Impuls gefühlt hatte, für mich zu beten!“

„Louis, hast Du jemals an der Existenz Gottes gezweifelt?“ Wieder entsteht eine kurze Pause. Und dann antwortet er langsam aber bestimmt: “Nein. Und ich sehe zum Glauben an Gott ohnehin keine Alternative!“

(Legende Bild oben: Louis Fischer in Sao Paulo. Er wohnt im oberen Teil des Hochhauses im Hintergrund.)