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Radio Diospi Suyana

“Keine Operation, geben Sie meiner Frau lieber eine Tablette!”

Man kann niemanden zu seinem Glück zwingen

Die kolikartigen Schmerzen waren kaum auszuhalten. Die 30-jährige Patienten lag auf der Trage und wimmerte. Dr. Matthias Stephani untersuchte die Kranke. “Wir müssen einen Teil ihres Dickdarms entfernen”, erklärte er ohne Umschweife, “die Operation muss sofort durchgeführt werden. Hier besteht Lebensgefahr!” Dr. Stephani wusste genau, wovon er sprach. Der erfahrene Oberarzt der Chirurgie engagierte sich in den letzten Wochen zum 13. Mal am Hospital Diospi Suyana. Natürlich ehrenamtlich und ohne viel Tamtam.

Der Ehemann schüttelte mit dem Kopf. “Nein, ich bin strikt gegen einen Eingriff, äußerte sich der Quechua-Indianer energisch, “verschreiben Sie ihr einige Tabletten. Von einer Operation halte ich gar nichts!”

Einige Stunden später verstand jeder – sogar der Mann-, dass die Operation vonnöten war und zwar ohne wenn und aber. Aber unser Allgemeinchirurg suchte sich noch einen guten Assistenten. Und er fand ihn in der Person von Dr. Friedemann Meiswinkel. Der Traumatologe, der sich mit Knochenbrüchen auskennt wie kaum ein zweiter, stand zur Verfügung. Nach 12 Jahren nahm er wieder einmal an einer Bauch-OP teil.

Alles ging gut und nach einigen Tagen war die Frau außer Gefahr. An einem Missionsspital weiß man morgens nicht, was einen erwartet. Ohne Spannung und Ungewissheit geht es nie ab. Auf jeden Fall ein Dankeschön an die beiden Chirurgen. Und Daumen hoch für Anästhesisten Dr. Elisabeth Stempel und OP-Schwester Yanet.

Das “Luftkissen auf der Bauchwand ist eine verdrehte Dickdarmschlinge.