Im Adventskalender einer Fachzeitschrift

Die Fachzeitschrift CNE ist ein Journal für deutschsprachige Krankenschwestern. In diesen Tagen greift das Magazin erneut das Hospital Diospi Suyana als Thema auf. Im Rahmen eines Adventskalender präsentiert die Web-Seite einen ausführlichen Text sowie die entsprechenden Fotos dazu.

Der Wortlaut des Textes: In den Bergen Südperus existiert seit Herbst 2007 das Missionsspital Diospi Suyana. Es bietet vielen Nachfahren der Inkas, sie werden Quechuas genannt, eine gute medizinische Behandlung. Die Entstehung dieser Klinik kann man als eine moderne Weihnachtsgeschichte bezeichnen. Vor vielen Jahren begann Diospi Suyana als ein Traum in den Köpfen des Ärzteehepaars Dr. Klaus-Dieter und Dr. Martina John aus Wiesbaden. Der Chirurg und die Kinderärztin wollten den Berglandindios Perus ein ganz besonderes Krankenhaus auf reiner Spendenbasis bauen. In der Klinik sollte ein exzellenter Service mit einer respektvollen Hinwendung zum Patienten kombiniert werden. Das ganze Projekt sollte mehrere Millionen US – Dollar kosten und die Mitarbeit von vielen freiwilligen Mitarbeitern erfordern. Am 31. August 2007 wurde das Spital von der First Lady Perus, Pilar Nores de Garcíatatsächlich eingeweiht. 4500 Menschen und neun Fernsehteams machten den Event zu einem nationalen Ereignis.

Rund 30 deutsche Mitarbeiter leben mit ihren Kindern im Bergdorf Curahuasi. Inmitten von Anisfeldern und in Sichtweite von gewaltigen Schneebergen haben sie sich eine neue Heimat eingerichtet. Einige ihrer deutschen Gebräuche haben sie natürlich in die Anden mitgebracht. In der Adventszeit organisieren sie viele Aktivitäten die durchaus vorweihnachtliche Gefühle aufkommen lassen, und das bei 25 Grad Celsius am Tag und kräftigen Gewitterregen am Abend.

Mitte Dezember wird ein großes Kinderfest im Freilichttheater neben dem Spital veranstaltet. Im Jahr 2009 kamen 600 Kinder und erlebten ein buntes Programm mit Kuchen und Kakau am Ende. Die Weihnachtsgeschichte wurde als Theater vorgeführt. Die Botschaft lautete, dass Gott alle Menschen liebt, besonders die, die in Armut und Vergessenheit leben müssen.

Einige Tage vor dem Weihnachtsfest versammelten sich gut 200 Leute in der Krankenhauskirche zu einer richtigen Betriebsweihnachtsfeier. In Anbetracht der täglichen Not, unter denen die Indios leiden, werden die Mitarbeiter des Spitals zu echten Problemlösern. Für sie werden Begriffe wie Liebe und Barmherzigkeit, die in der westlichen Welt zu Weihnachten oft zu puren Worthülsen verkommen, lebendig. Das Hospital Diospi Suyana verkörpert diesen Anspruch. Es wurde aus dem Nichts im Vertrauen auf Gott gebaut und fast alle Patienten kommen aus einer Lebenswirklichkeit extremer Armut.

Diospi Suyana heißt in der Sprache der Quechuas „Wir vertrauen auf Gott“. Das Krankenhaus hat schon viele Menschen bewegt. Die Tatsache, dass es dieses Krankenhaus überhaupt gibt, fasziniert ungemein. Aber die Entscheidung so vieler Ärzte und Krankenschwestern ihre gut bezahlten Arbeitsstellen in Deutschland aufgegeben um in den Bergen Südperus ihren Beruf auszuüben, berührt ungleich mehr. Sie nehmen Karriereknicks in Kauf und müssen oft auf Wasser und Strom verzichten. Vielleicht gerade deshalb machen sie die Weihnachtsbotschaft glaubwürdig und das auf 2650 m Höhe. Familie John wünscht allen Pflegenden, die CNE nutzen frohe Weihnachten!