Ich dachte, Weihnachten wäre schon vorbei

Drei Tage in Lima um 20 Termine wahrzunehmen. Ich habe keine Ahnung, was mich heute erwartet. Um 6 werde ich wach und lege all meine Bemühungen bewußt in Gottes Hände.

Um 9 Uhr bringt mich ein Taxi quer durch Lima zur medizinischen Fakultät der Universität Villarerreal. Die Rechtsberaterin der Abteilung soll ein Gutachten über unseren Antrag auf Anerkennung unser deutschen Ärztetitel schreiben.

Sie ist total gerührt als sie die Bilder im Laptop sieht und will helfen.

Eine halbe Stunde später sitzen die Anwältin und ich im Zimmer des Dekans.

“Wir haben ein großes Interesse daran, dass die bald Ihre Anerkennung kriegen”, meint der Dekan und wir sprechen über einen Kooperationsvertrag zwischen Diospi Suyana und der Universität Villarreal. “Können Assistenzärzte von Ihnen aus Lima bei uns mithelfen?” Die Antwort des Dekans beruhigt mich. “Na, klar, mit so einem Vertrag wäre uns auch gedient!”

Um 12 Uhr befinde ich mich an einer ganz anderen Stelle in Lima. An einer Straßenecke wartet Sr. Robinson auf mich. Unser Ingenieur hat am Vortag ermittelt, dass der Preis für alle noch fehlenden Kabel bei 64.000 USD liegt. Schuld daran ist der inflationäre Kupferpreis auf dem Weltmarkt.

Diese Nachricht begeistert mich überhaupt nicht. Doch ich brauche mich gar nicht erst aufzuregen. “Die Firma Indeco, spricht er weiter, gibt uns einen 50 %igen Preisnachlass und wir müssen nur 32.000 USD bezahlen!”

Fünf Minuten später erfahre ich über Handy, dass die Firma IMPSAT (gehört mittlerweile zu Global Crossing) eine neue Satellitenschüssel für das Missionsspital gespendet hat. Sie wird uns ab übermorgen einen kostenlosen Betrieb von 8 internationalen Telefonlinien und Internet für viele Mitarbeiter am Krankenhaus ermöglichen.

Nach zwei Besuchen bei der Behörde “APCI” und dem Evangelischen Kirchenrat stehe ich nach einer spannenden Taxifahrt (Siehe oben) vor der Tür der Fuji-Vertretung in Lima. Wir benötigen dringend einen Spezial Drucker für unser CT.

Ich bin nicht angemeldet und als ich dort am Eingang rum stehe, bete ich um Gottes Segen. Da fährt ein Mercedes vor und ein Mann verschwindet im Haus.

Es dauert nicht lange und auch ich finde Einlass. Im Konferenzzimmer des Unternehmens treffe ich jenen besagten Herrn wieder. “Unser Verkaufsdirektor ist heute nicht da, deswegen werde ich mit Ihnen reden. Ich bin der Präsident der Firma!” Eine Stunde lang hört und sieht er die Geschichte, die selbst ich noch nach 749 Vorträgen spannend finde, das Abenteuer von Diospi Suyana.

“Ich habe von Ihrer Arbeit schon mehrmals im Fernsehen und aus der Presse gehört”, erwähnt er. Wir haben gerade 4 Laser Drucker für Computertomographen importiert. Unser Preis liegt bei 17.000 USD.

Doch wer Diospi Suyana ein wenig kennt, weiß, dass Preise schnell purzeln können. “Gegen eine Spendenbescheinigung, kriegen Sie das Gerät für 10.000 USD!”

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