Gartenparty zu viert

Ein Gespräch über die letzten Dinge

Die Dämmerung war lang. Aber nun ist es dunkel. Obwohl am äußeren Rand des Gartens einige dekorative Lampen leuchten, können die Vier am Tisch die Konturen ihrer Gesichter kaum erkennen. Auf einer Seite sitzt ein Pärchen, das sich wohl als Agnostiker beschreiben würden. Ihnen gegenüber sitzen zwei, die aus ihrem Glauben an Gott keinen Hehl machen.

Schon als die Sonne noch am Himmel stand, hatten sie gemeinsam über die letzten Dinge geredet. Das Rätsel des Lebens, die Unabänderlichkeit des Todes und die Ungewissheit danach.

“Natürlich kann ich sehen, dass der Glaube euch Kraft und Orientierung schenkt”, sagt die Gastgeberin. “Aber ich habe bisher keinen Zugang zu Gott gefunden, wenn es ihn denn gibt!”

Es entsteht eine Pause.

Dann sagt einer der beiden Gäste, was für ihn die Beziehung zu Gott ganz praktisch bedeutet. Vergebung für die Altlasten der Vergangenheit. Geborgenheit im Heute und Hoffnung auf Gottes Gegenwart in der Zukunft.

Das Gespräch dreht sich ein wenig im Kreis. Doch schließlich erinnert sich die Dame des Hauses an ein älteres Ehepaar in der Nachbarschaft. “Die Frau hatte Krebs und es ging schließlich dem Ende entgegen”, sagt sie nachdenklich und nimmt einen Schluck aus ihrem Glas. “Eines Tages ging die Krebskranke in gebeugter Haltung gestützt auf ihren Stock an unserem Grundstück vorbei. Ich sprach sie an: “Es muss für sie jetzt alles sehr schwer sein, nicht wahr?” – Die betagte Nachbarin antwortete: “Einfach ist es nicht, aber ich kann nie tiefer fallen als in Gottes Hand!”

Nun, die das sagte, hat den Kampf gegen den Tod längst verloren. Seit ihrem Begräbnis sind einige Jahre ins Land gegangen. Aber ihr kurzer Satz von damals hallt bis in den Juli 2022 nach. Als ein bleibendes Statement. Ja, wir alle können und werden fallen. Sogar sehr tief. Aber wir sind nicht mutterseelenallein. Gott ist da. /KDJ