Fernweh

Mein sehnsüchtiger Blick schweifte immer wieder über die Bergwelt am Horizont. Dort lag irgendwo in der Ferne die Stadt Mollepata. Am heutigen Sonntag machten sich fünf Johns und ein Udo Klemenz auf die Reise.

Abfahrt: 7:15 am Morgen von Curahuasi

Nach 90 Minuten erreichen wir den zentralen Platz von Mollepata (Plaza). Er ist sauber und ordentlich. In der katholischen Kirche findet gerade ein Gottesdienst statt. Eine große Ruhe liegt über dem Ort. Kein Wunder, denn Mollepata ist für die meisten Besucher Endstation. Nur einige Touristen beginnen in Mollepata ihre Wanderung zum gewaltigen Salkantay (6271 m). Wir haben heute das Gleiche vor, allerdings im Auto.

Einige Bewohner der Stadt stellen sich als ehemalige Patienten des Hospitals Diospi Suyana vor. Sie wünschen uns eine sichere Fahrt. Über holprige Wege legen wir 25 Kilometer zurück. Vor uns die Schneewand, rechts der Abgrund und auf dem Weg einige Touristentrecks.

In 3800 Meter Höhe lassen wir den Wagen stehen und warten in einem nahen Zelt auf bessere Zeiten. Ein Nieselregen hat eingesetzt und eine Nebelwand versperrt die Aussicht.

Wir geben uns einen Ruck und die Wanderung geht los. Gegen 13 Uhr klettern Udo Klemenz, Natalie John, Dominik John und ein Mann mit einem Stock auf den Randwall einer Gletschermoräne. Das ewige Eis hat sich dank der Erderwärmung längst einige Kilometer zurückgezogen.

Als wir wieder absteigen hat Udo Klemenz die Idee den Höhenmesser zu knipsen. Sein Vorschlag wäre oben auf der Moräne noch besser gewesen. Aber immerhin, der Höhenmesser zeigt noch deutlich über 4000 Meter.

Bei der Fahrt ins Tal haben wir plötzlich wieder Handy-Empfang. Michael Mörl teilt uns das Ergebnis der Bundestagswahl mit. Zwei Minuten später ist der linke Vorderreifen platt.  Ob ein Zusammenhang zum Wahlergebnis besteht, kann nicht ausgeschlossen werden.

Wir wechseln den Reifen mit einigen Schwierigkeiten und lassen ihn dann eine Stunde später in Mollepata flicken. Den Preis von 5 Soles (1,25 Euro) zahlen wir gerne und fahren kurz vor 19 Uhr durch das heimatliche Garagentor.

Fazit: Solche Exkursionen ist ideal für jede Familie. Leider viel zu selten. KDJ