Kirchengemeinden hissten die Fahnen

In vielen Orten Perus werden am Sonntagmorgen die Fahnen gehisst. Ein symbolträchtiger Akt und für viele Peruaner eine patriotische Pflicht. Die meisten Institutionen der Gesellschaft kommen irgendwann an die Reihe diese Zeremonie durchzuführen. Die Schulen, die freiwillige Feuerwehr, die Gemeindeverwaltung, das Krankenhaus und die religiösen Einrichtungen – sie alle bereiten sich auf ihren jährlichen Auftritt gewissenhaft vor.

Am gestrigen Sonntag wurde den evangelischen Christen des Distriktes diese große Ehre zuteil. Sr. Agustin Landeras, der im Spital die Logistik-Abteilung leitet, hatte kräftig eingeladen. Etwa 300 Menschen versammelten sich auf der Plaza. Einige hatten selbstgebastelte Plaktate mit Bibelversen mitgebracht. US-Amerikaner Brandon Connally hielt die Predigt auf Quechua. Nach Meinung der Zuhörer leistete der Linguist dabei ganze Arbeit.

Am meisten gingen die Lieder in die Herzen der Teilnehmer. Die Band von Diospi Suyana hatte in der Woche zuvor fleißig geübt. Ein Einsatz, der sich ohne Zweifel lohnen sollte.

In Peru ist das Interesse an politischer Rhetorik gering. Die Sprüche der Politiker entpuppen sich in der Regel als leere Versprechungen. Der Glaube hat in Südamerika hingegen Hochkonjunktur. Er verändert Lebensumstände und Sichtweisen. Er schenkt Hoffnung und verleiht Energie.

Ich erinnere mich an eine ähnliche Zusammenkunft der evangelischen Kirchengemeinden vor einigen Jahren. Damals fand der Gobernador, der die höchste Authorität im Distrikt verkörpert, in seiner Ansprache die folgenden Worte. "Viele von Euch waren früher Alkoholiker. Ihr habt Eure Frauen geschlagen und Eure Kinder vernachlässigt. Aber dann habt ihr eine positive Veränderung durchgemacht, durch die Kraft des Glaubens!" /KDJ

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