
So wurde Dietlind von Loew radikal verändert
Am Morgen berichtet mir ein Bekannter von Dietlind von Loew. Sie hätte vor vielen Jahren eine echte Nahtoderfahrung durchgemacht. Da ich mich in den letzten Zügen eines New York Times Bestsellers zu diesem Thema befinde, bin ich augenblicklich hellwach. Einige Minuten später rufe ich die Dame an und mache für halb Drei einen Termin aus.
Etwas unpünktlich stehe ich vor einer herrschaftlichen Villa in Wiesbaden Sonnenberg. Es ist nicht alltäglich bei einer Aristokratin einzukehren. Und schon begrüßt mich meine Gastgeberin. Ein Rolator erlaubt ihr die nötige Mobilität zur Tür. Auf mich warten im geräumigen Wohnzimmer ein heißer Tee und etwas Gebäck. Die Kerzen leuchten vorweihnachtlich und werfen ein gemütliches Licht in den Raum von vielleicht 35 m Größe. Wie ich höre, ist der Eichenschrank schon 500 Jahre alt. Ich mache große Augen. Auf den Gemälden an den Wänden hängen die Vorfahren aus vergangenen Jahrhunderten.
Ich nehme den ersten Schluck aus der Tasse und lausche einer Frau, die schon in mehreren Ländern dieser Welt gelebt hat. Ihr Schicksalstag oder besser gesagt ihre Schicksalsnacht ereignete sich 1980 während ihrer Pariser Jahre. Sie liegt mit vereiterten Mandeln in einem Krankenhaus der französischen Hauptstadt. Der Rachen ist völlig zugeschwollen. Die Stunden verstreichen quälend langsam. Sie hofft, dass die intravenösen Medikamente ihre heilende Wirkung entfalten werden. Doch es geht immer weiter bergab.
In der Nacht stellt sich eine Sepsis ein. Sie spürt, dass der Tod sie jetzt in seinen Würgegriff nimmt. Sie fällt plötzlich in eine absolute und bedrohliche Dunkelheit. Und sie erkennt, das was ich hier sehe, ist mein eigenes Leben. Die Atmosphäre ist entsetzlich. Panik steigt in ihr hoch. In ihrer Ausweglosigkeit ruft sie: „Gott, lass mich nicht so sterben!“ Und Gott anwortet augenblicklich. Die Schwärze verändert sich schlagartig in ein buntes Licht. Sie sieht sich erst leblos auf einem Altar liegen, wie ein toter Kartoffelsack. Doch dann ist die Umgebung voller Leben und die Blumen sprießen in allen Farben.
Dietlind überlebt die Nacht und auch die folgende Operation ihrer Mandeln. „Wer ist dieser Gott, der mir in der Tiefe meiner Verzweiflung, geantwortet hat?“ Sie macht sich auf eine geistliche Entdeckungsreise, Und es trifft sich gut, dass sie in Paris in einen englischsprachigen Bibelkreis für Frauen eingeladen wird.
45 Jahre sind verstrichen. Dietlind feiert die Vorweihnachtszeit und das große Fest als überzeugte Christin. Irgendwann wird sie im Grab ihres Mannes auf dem Sonnenberger Friedhof bestattet werden, aber dieser Gedanke schreckt sie nicht. Sie weiß, sie ist auf der Durchreise zum Himmel, zu einer anderen viel schöneren Realität. Dort werden Gott und viele ihrer Lieben sie begrüßen.
Weihnachten: Hoffnung, Erfüllung, Vergebung und Vorfreude. Geborgenheit in Gott und Zuversicht auf ein ewiges Leben. Kann es etwas besseres geben? /KDJ











