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Radio Diospi Suyana

Eine Kirche mit Leben in der halboffenen Bude

Und ein Mann, der aus der Praxis spricht

Im Laufe unseres Lebens haben wir die unterschiedlichsten Gottesdienste besucht. Während unserer Facharztzeit in Großbritannien saßen wir auf den harten Bänken der Anglikaner und Methodisten. In den USA schlossen wir uns einer kleiner Freikirche an. In Südafrika gehörten wir in Soweto zu einer Gemeinde, die mehrheitlich aus Farbigen bestand. Egal, wo wir unsere Liederbücher aufschlugen, wir suchten immer den Kontakt zu Christen, die das glaubten, was sie predigten.

In Curahuasi gibt es mittlerweile um die zehn evangelische Gemeinden. Das CBC (Centro Bíblico de Curahuasi) hat den Vorteil, dass man gewissermaßen die frische Luft genießt, denn nach hinten zu fehlen noch die Wände. Und die obere Vorderwand bietet einen freien Blick auf Papageienschwärme. Also ein ideales Ambiente. Sicherlich muss man an diesem Gebäude den Luxus vermissen. Aber dafür ist sie voll. Heute versammelten sich um die 100 meist junge Leute und ließen selbst nach 2 Stunden keinerlei Ermüdungserscheinungen erkennen.

Ein Mann um die 40 erzählte wie er in schwierigen Verhältnissen aufwuchs und Jahre später in den Alkoholkonsum abrutschte. Durch die Kraft Gottes wäre er wieder freigeworden. Nun wurde er Mitglied und ließ sich als Bekenntnis seines Glaubens sogar taufen.

Als er sachlich und ohne große Rhetorik seine Lebensgeschichte erzählt, werde ich den Verdacht nicht los, dass dieser Peruaner mehr über den Glauben zu sagen hat, als so mancher Kirchenfunktionär hinter seinem Schreibtisch in Europa. Und das Kirchenschiff im Rohbau übertrifft, was geistliches Leben angeht, wohl viele Kathedralen, Dome und Münster in der westlichen Welt.

Eine Entscheidung fürs Leben.

Zwei Mitarbeiter tauchen nach dem Gottesdienst den neuen Christen unter die Wasseroberfläche eines kleines Pools. Dabei singt die Gemeinde ein Lied, das auf allen Kontinenten zu solchen Anlässen gesungen wird: “Ich bin entschieden zu folgen Jesus, niemals zurück, niemals zurück!”