Ein platter Reifen und eine Hiobsnachricht

Damit hatte ich nicht gerechnet

Als wir am Dienstagabend mit einem Taxi in Curahuasi eintreffen, stellen wir fest, dass die Batterie unseres Autos völlig leer ist. Zudem imponiert das rechte Hinterrad mit totaler Luftlosigkeit. In anderen Worten: Es ist platt. Pit Werner, Chef unserer Werkstattabteilung, hilft mir mit Fremdstrom aus. Während der Motor läuft, montiere ich das Reserverad.

Am Morgen fahre ich hoffnungsvoll zu meinem Reifenmann an der Panamericana. Obwohl ich seine Dienste seit vielen Jahren in Anspruch nehme, kenne ich gar nicht seinen Namen. Aber ein nettes Gespräch war immer drin. Und mein Bekannter von der Reifenwerkstatt hat sich wie ein Schneekönig gefreut, dass er im diesjährigen Diospi-Suyana-Kalender im Julifoto abgebildet ist. Eine Szene so richtig aus dem Leben.

Sein Rolladen ist unten und ich schaue mich prüfend um. Irgendetwas ist hier nicht in Ordnung. Ich frage einen freundlichen Herrn im Geschäft nebenan. “Wann macht denn der Reifenmann heute auf?” , will ich wissen. Der Mann antwortet ernst. “Er ist tot!” – Ich falle aus allen Wolken. “Was ist denn passiert?” Ich hänge an seinen Lippen. “Ja, er wurde in Lima an der Wirbelsäule operiert. Dann ist er plötzlich gestorben!”

Vielleicht haben eine Lungenembolie oder ein Herzinfarkt seinem Leben ein Ende gemacht. Ich fange an zu grübeln. Ob er mit der Dimension des Himmels gerechnet hat auf der anderen Seite des Grabs?

Auf der Textseite unseres Kalenders findet sich der folgende Absatz: “Weil Gott sich in der Person Jesu zu uns herabgeneigt hat, müssen wir nicht mehr verzweifeln. Wir sind mehr als ein Staubkorn in einem riesigen und dunklen Universum. Im Johannesevangelium fasst der Apostel die gute Nachricht zusammen: “Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben!” /KDJ