Ein Lebenszeichen

Im Halbschlaf werfe ich mich auf meinem Kissen hin und her. Als ich zu mir komme, blicke ich auf mein Handy. Es ist kurz nach 3 Uhr in der Nacht. Sofort steht der Text einer E-Mail vor mir, die ich vorgestern erhielt.

Vor einigen Wochen hatte eine deutsche Firma die Sachspende eines dringend benötigten Gerätes mündlich zugesagt, vorgestern erreichte mich die schriftliche Absage. Schade. Meine Enttäuschung sitzt tief.

Warum sollte ich klagen, alle Patienten im Hospital Diospi Suyana sind schlechter dran als ich. Diese Niederlage wird nicht die letzte sein. Und doch der Frust ist groß genug, um mich in der Nacht zu wecken. Meine Gedanken verfangen sich in den Schatten, die die Straßenlaterne an die Wand des Schlafzimmers malt.

Eigentlich ist es doch gar nicht der Erfolg, den ich suche, sondern eine Erfahrung. Heißt es nicht im Buch der Bücher: „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Du bist bei mir!“ Gott wird schon wissen, warum die Wegstrecke manchmal so mühsam und dunkel ist. Aber wenn ich meine Hand ausstrecke, wird Er sie ergreifen? Und wird er mir zuflüstern: Ich bin da! Manchmal brauche ich nur ein Lebenszeichen von IHM und ich fasse wieder neuen Mut. /KDJ

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