Ein ganz seltener Fall: Caroli-Syndrom

Chirurgenteam führte eine fünfstündige Operation durch

Seinen Lebensunterhalt verdient Don Nilo mit harter Arbeit auf den Feldern. Doch in den letzten Wochen ging es mit ihm zunehmend bergab. Oberbauchschmerzen, allgemeines Unwohlsein und Gelbsucht führten den sechsfachen Familienvater zum Hospital Diospi Suyana. Die Untersuchungen im Ultraschall und in der Kernspintomographie zeigten massiv erweiterte Gallengänge in der Leber, die zudem mit Steinen unterschiedlicher Größe gefüllt waren.

Dr. Hilbert de Vries, Dr. Lukas Steffen und Dr. Benjamin Zeier konnten dem 51-Jährigen vor einer Woche helfen. Nach der Entfernung der Gallenblase, räumten sie das Steinmaterial aus den Gallengängen. Dabei säuberten sie die Gänge in der Leber mit einem sehr feinen Endoskop.

Das Krankheitsbild enspricht einem Caroli-Syndrom bei dem es zu krankhaften Aussackungen der Gallengänge kommt. Der entstehende Gallestau begünstig die Steinbildung und rezidivierende Entzündungen der Gallengänge.
Die Häufigkeit eines Caroli-Syndroms liegt bei 1:100 000. Es gibt eine genetische Veranlagung.

Die Operation verlief erfolgreich. /KDJ

MRT-Aufnahme. Blick von unten in den Patienten: Bei den großen Ansammlungen (weiß) handelt es sich um Gallengangszysten im Lebergewebe. Die Farbe Schwarz zeigt Steinansammlungen.
In Bildmitte erkennt man das Endoskop (weiß), das unten im großen Gallengang verschwindet. Über diesen Zugang räumte Dr. Zeier die Steine in den intrahepatischen (in der Leber) Gallengängen aus.
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