Ein Blitzbesuch nach England

Ein neuer Verbrennungsofen für das Hospital Diospi Suyana

Man könnte es einen teuren aber notwendigen Spass nenne. Die Preise für eine Verbrennungsanlage bewegen sich bis zu 100.000 USD. Zuviel aus meiner Sicht und Grund genug für einen Abstecher nach England. Seit über 11 Jahren telefonieren wir regelmäßig mit dem Unternehmen “Incinerat8”, das von Southport an der englischen Westküste seine Müllverbrennungsanlagen in die ganze Welt exportiert.

Um 5 Uhr am Morgen bringt mich meine Frau zum Flughafen nach Frankfurt. Und wenn ich in Manchester aus dem Flugzeug steige, bin ich dort, wo wir von 1988 bis 1991 als Assistenzärzte gearbeitet haben. Im Reich seiner Majestät der Queen und im EU-Ausland. In Bolton, Leeds und Manchester schoben wir damals diverse Nachtschichten als junge Mediziner.

Mit dem Mietwagen komme ich am Vormittag in Southport an. Ghazi Sadledein, der Verkaufsdirektor der Firma, empfängt mich herzlich. Bei Tee (bitte ohne Milch) werfe ich die Bilder von Diospi Suyana auf einen großen Monitor. Er revanchiert sich mit Fotos von Verbrennungsanlagen jeder Größe und Form. Nach der Führung durch die Fabrik haben wir wohl das richtige Produkt gefunden. Der Sonderpreis macht mir Mut und entschädigt für den Stress der Reise.

Kein Zoom-Meeting kann eine persönliche Begegnung, den Handschlag und Augenkontakt ersetzen. Kein Team-Meeting im Laptop nimmt es mit einer langen Führung durch eine Fabrik auf.

Wie es scheint, gibt es mit Gottes Hilfe eine Lösung für den längst überfälligen Austausch unseres Verbrennungsofens. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Abends um 22:30 Uhr sitze ich wieder zu Hause am Schreibtisch, als ob nichts gewesen wäre.
“Lang lebe die Königin!”

(M)ein typisch englisches Frühstück
Nach dem Vortrag über Diospi Suyana zeigt Ghazi Sadledein Bilder von verschiedenen Verbrennungsöfen.
Ghazi Sadledein führt mich gleich durch die Fabrik von Inciner8
Von hier werden Verbrennungsöfen in die ganze Welt exportiert.