Dr. Jens Hassfeld – Gynäkologe und Familienvater

Der größte Teil meiner Arbeitszeit verwende ich darauf, verunsicherte Patientinnen zu beruhigen. Hier in Peru gehört es wohl zum guten Ton, den Frauen eine "Diagnose um jeden Preis" mit auf den Weg zu schicken. So kommen Patientinnen zu mir, die angeblich an einem wunden Gebärmutterhals, dubiösen Mikrozysten an den Eierstöcken oder ganz allgemein an Unterleibsentzündungen leiden. Mit einem Ultraschall und einer gynäkologischen Untersuchung kann ich den Frauen meist ihre Sorgen schnell nehmen.

Ernst zu nehmen dagegen ist hier der häufig vorkommende Gebärmutterhalskrebs. Wie in den meisten Entwicklungsländern, so ist auch in Peru das Zervixkarzinom der am häufigsten vorkommende Krebs der Frau. Fehlende Vorsorgeuntersuchungen sind die Ursache. Die vom Staat finanzierten PAP-Abstriche werden kaum wahrgenommen, da die Ergebnisse oft erst nach Monaten vorliegen. Ich sehe leider im Monat 2-3 Frauen mit fortgeschrittenem Gebärmutterhalskrebs. Hier hilft nur eine Bestrahlung. Nachdem ich im Mai eine Woche im großen Krebskrankenhaus in Lima hospitiert habe, kann ich den Patientinnen eine persönliche Empfehlung auf den Befundbericht schreiben. Dadurch ist die Chance deutlich größer, dass die Bestrahlung auch wahrgenommen wird.

Der beste Weg ist natürlich das Erkennen der Krebsvorstufen. Hier habe ich eine Kolposkopiesprechstunde begonnen. Gegen einen minimalen Betrag wird eine Lupenvergrößerung des Gebärmutterhalses vorgenommen und bei Bedarf eine kleine Gewebsprobe entnommen. Täglich untersuche ich mit dieser Methode etwa 20-40 Patientinnen. Im Bild sieht man mich mit einer Patientin nach durchgeführter Biopsie (nach einem langen Arbeitstag….) /Jens Haßfeld

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