Der lange Atem

In Peru mahlen die Mühlen langsamer als in Europa. Nicht jede Zusage einer Firma oder Behörde verdient es auf die Goldwaage gelegt zu werden, selbst wenn sie in schriftlicher Form auf dem Tische liegt.

Aber mit Geduld, mit viel Geduld, mit extrem viel Geduld geht es am Ende dann doch voran. Einige Beispiele:

1. Nach dem Treffen des Energieministers mit Dr. John im Oktober 2007 bestand die schriftliche Abmachung eines Preisnachlasses für das Missionsspital und der Kostenübernahme der äußeren Beleuchtung durch die staatliche Energiebehörde. Fünf Monate gingen ins Land, doch gestern wurden die Lichtmasten tatsächlich gesetzt. Ab dem 1. März gilt auch der Diskount von 30 % bei der Stromrechnung.

2. Seit einem Jahr arbeiten die Missionsärzte John an der Anerkennung ihrer deutschen Titel durch die peruanischen Institutionen. Mittlerweile bestehen Hoffnungen, dass es Ende März klappen könnte.

3. Vor zwei Jahren verplichtete sich das Rathaus von Curahuasi bis zum Frühjahr 2006 den Schlachthof neben dem Krankenhaus zu entfernen. Das Vertragswerk wurde damals sogar im Fernsehen verlesen. In 24 Monaten ist wirklich viel Wasser den Apurímac Fluss hinunter geflossen. Leider stinkt der Schlachthof neben dem Spital weiter vor sich hin.

Es gibt viele Geschichten dieser Art. Manchmal ist es frustrierend auf der Stelle zu treten. Doch alles hat auch sein Gutes. In Peru kann jeder, der willig ist, Geduld lernen – und Geduld ist sicherlich eine gute Eigenschaft.

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