Der erste Vortrag gleich live im Radio

Und die Geschichte eines Nahtoderlebnisses am Ende

Das sind zwei, die ihren Glauben noch nicht verloren haben. Entsprechend reden und leben sie. Pastor Hans Jürgen Jung (links) ist in der brasilianischen Stadt Joinville früh aufgestanden, um den Vortrag von Dr. John bei den Lutheranern in Jaraguá do sul zu übersetzen. Pfarrer William Bretzke (rechts) quälte sich schon um halb Sechs am Morgen aus dem Bett, um für den Gottesdienst zu beten.  Es sollte keine verschwendete Zeit sein.

Als der Deutsch-Peruaner seinen letzten Satz sagt, sind nicht nur die 200 Teilnehmer im Gemeindehaus ergriffen, sondern auch Zuhörer im gesamten Stadtgebiet. Der Rundfunkgottesdienst ausgestrahlt im säkularen Radio hat in Jaraguá do sul eine lange Tradition. “Gott ist real und er sieht unsere heimlichen Tränen!”, so hatte es der Missionsarzt am Ende formuliert. Danach muss er viele Hände schütteln. Einige, die ihn umarmen, haben feuchte Augen.

Die Kirche der Lutheraner in Jaraguá do sul. Sie wird innen derzeit renoviert.

Wo eben noch 36 Bücher auf einem Tisch am Ausgang lagen, verbleibt nach einigen Minuten nur noch eins. Interessanterweise haben die Käufer viel mehr brasilianische Reals ins Körbchen gelegt, als dem empfohlenen Buchpreis entspricht.

Dr. John nimmt das verwaiste Buch mit dem Titel “Eu VI DEUS” (Ich habe Gott gesehen) und geht auf ein Ehepaar zu, das ins Gespräch vertieft ist. “Das schenke ich Ihnen” sagt der Arzt und lacht die beiden an. “Ich habe mir schon längst ein Exemplar gekauft”, antwortet die Frau. “Dann geben Sie es ihrer Nachbarin!” – Die Brasilianerin nickt. “Ja, das mache ich gerne!”

Ihr Mann ergreift nun das Wort: “Den Bericht über Diospi Suyana haben wir gehört, jetzt möchte ich mal meine Geschichte erzählen!”

Eine kleine Gruppe versammelt sich und hört das Erlebnisprotokoll, das den meisten Menschen einen Schauer über den Rücken jagen dürfte.

März 2022: Sandro Marquardt (51) hält sich fit und fährt entsprechend oft mit dem Fahrrad. Als er gerade um die Mittagszeit an einem parkenden Auto vorbeiradelt, reißt der Fahrer die Tür auf. Was nun passiert, geschieht in Bruchteilen einer Sekunde. Sandro stürzt auf den oberen Türrand. Durch die Wucht des Aufpralls werden die Weichteile seines Halses zerfetzt, wie ein Messer durchtrennt das Metall seine rechte Halsschlagader. Er fällt zu Boden und bemerkt sofort, dass mit jedem Herzschlag eine Fontäne von Blut auf den Asphalt spritzt. Geistesgegenwärtig drückt er seine Hand auf die Wunde. Doch bald wird er ohnmächtig. Eine Krankenschwester ist zur Stelle und auch sie versucht den Blutverlust durch äußeren Druck zu drosseln.

Gegen 13 Uhr liegt er unter Vollnarkose auf dem OP-Tisch. Die Gefäßchirurgen kämpfen um sein Leben, aber seine Chancen stehen nicht gut.

Während die Ärzte ihr Bestes geben, hat Sandro auf dem OP-Tisch einen Traum. Er kann sich genau an die Einzelheiten erinnern. “Da stand Jesus vor mir”, sagt der Unternehmer, “und sprach zu mir!” – “Ich schicke Dich wieder zurück, damit Du diese Geschichte erzählen kannst. Die meisten Menschen fragen nicht mehr nach Gott und ignorieren die Bibel…!”

Gerade mal sechs Monate sind seit dem Unfall vergangen. Sandros Augen füllen sich mit Tränen und er kämpft um seine Fassung. Wir ahnen alle, was in seinem Inneren vorgeht. “Die Chirurgen haben mir gesagt, mein Überleben wäre ein Wunder gewesen!” Sandro macht eine Pause. “Herr Pfarrer”, äußert sich der Missionsarzt, “da komme ich aus dem fernen Peru angereist, um von unseren Erfahrungen zu erzählen. Ihre Gemeinde muss unbedingt Sandro Marquardt hören!” – Pfarrer Bretzke nickt “auf jeden Fall, Sandro wird vor unserer Kirchengemeinde sein Zeugnis ablegen. Das ist klar!”

Sandro Marquardt eingerahmt durch Ruth Doege (links) und seine Frau Marlene (rechts)
Die Narbe wird immer bleiben. An dieser Stelle zertrennte eine Autotür die Arteria Carotis, die große Halsschlagader.

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