Das war das Jahr 2021 – Juli bis Dezember

Höhepunkte und Zitterpartien II

Am 22. Juli empfing Lilian Paredes, die First Lady Perus, die Missionsärzte John in ihrem Haus in Chogur im Herzen des Bundesstaates Cajamarcas (Siehe Bild oben). Die Johns hatten zwei Inlandsflüge zurückgelegt und waren dann 7 Stunden im Allradwagen durch die Berge gefahren. Um 20:00 Uhr am Abend fand die Laptoppräsentation über Diospi Suyana statt. Die Gattin des Staatschefs umarmte die Visionäre von Diospi Suyana und drückte ihren tiefen Dank aus. Pastor Oscar Soarez (2. von rechts), der frühere Präsident des Nationalen Evangelischen Kirchenrats, hatte diese Begegnung dankenswerterweise eingefädelt.

Juli 2021: Einige Ärzte werden in den Gebrauch der gespendeten Beatmungsgeräte eingewiesen.

In der zweiten Jahreshälfte kamen drei weitere Beatmungsgeräte zum Einsatz. Die Aumund Foundation hatte drei neue Hightech-Maschinen für die Diospi-Suyana-Intensivstation gesponsert.

Das Colegio Diospi Suyana präsentierte über Facebook ein großes Fest anlässlich der 200-Jahrfeier Perus.
Die Lehrerinnen Elizabeth und Yalú hatten ein beeindruckendes Bühnenbild gebastelt.

Anlässlich der Feierlichkeiten zum 200-jährigen Jahrestag der Staatsgründung strahlte die Diospi-Suyana-Schule eine virtuelle Feierstunde per Facebook aus.

Eingeladen waren die Schüler und Schülerinnen, die ihrem Vaterland ein Gedicht, einen Tanz, ein Lied oder Kunstwerke widmen wollten. Die Beiträge wurden vom Schulpastor Wilson Lipa und den drei Moderatorinnen Kati Espinoza, Jaris Hurtado und Raquel Álvarez ausgewählt und bearbeitet. Den Rahmen bot eine Liveschalte aus der Speisesaal der Schule. Besonders bewegend waren die Grundschüler, die auf dem Feld sangen oder ihr einfaches Zuhause festlich geschmückt hatten. Die Sekundarstufe behandelte das Thema mit Talkshows und Videoclips.

Doris Manco, Leiterin unseres Medienzentrums, strahlt über das ganze Gesicht. Sie weiß warum.

Ab dem 4. August sind alle 9 Frequenzen von Diospi Suyana unter dem Dach des Vereins “Asociación Civil Religiosa Diospi Suyana” vereinigt. Aus rechtlichen Gründen mussten wir die ersten Radiofrequenzen unter einem privaten Namen bzw. einem Zwischenverein erwerben. Der Grund: In Peru dürfen nur peruanische Staatsbürger im Besitz einer Radio- bzw. TV-Station sein.

In mühseliger Arbeit konnten wir mit Hilfe des deutschen Mediengesetzes nachweisen, dass Peruaner in Deutschland Radiostation betreiben dürfen. Daraufhin wendete die Regierung den Grundsatz der Reziprozität an und machte bei Diospi Suyana eine Ausnahme.

So ist der Verein “Asociación Civil Religiosa Diospi Suyana” jetzt im Besitz eines Spitals, einer Schule, eines Gebäudes für Kinderclubs, eines Gästehauses in Lima sowie eines Medienzentrums mit 9 Radio- und TV-Frequenzen.

Auf Sendung in Abancay

Samstagabend, der 8. August. Nach einer langen Phase der Vorbereitung strahlt unser Radioturm von einem Berg unser Programm in die Provinz Abancay. Rund 100.000 Menschen leben damit zusätzlich im Bereich unserer Antennen.

Träume groß!

Das Magazin “ConTacto” wird in vielen südamerikanischen Ländern an Jugendliche verteilt. In der Ausgabe des Monats August ging es um Lebensträume. “Glaubst Du, dass die größten Träume allen Prognosen und Wahrscheinlichkeiten zum Trotz in Erfüllung gehen können?”, fragte die Autorin. Auf Seite 3 gab sie selbst die Antwort und erzählte von den Erfahrungen bei Diospi Suyana.

Endlich wieder Schule!

Nach 531 Tagen fand am Colegio Diospi Suyana wieder ein Präsenzunterricht statt. Unser Colegio war das erste des Bundesstaates Apurimac, das mit Genehmigung des Schulministeriums, die Schüler wieder willkommen heißen durfte.

Seit dem 23. August kommen nun einige Schüler in den Klassenraum, während der Rest der Klasse online zugeschaltet ist. Auch im Kindergarten wird wieder gebastelt, gepuzzelt und gelacht. Die Freude war bei allen, Lehrern, Schülern und Eltern, deutlich zu spüren.

Diese Kinder scheinen direkt aus der Arche Noah zu kommen.

Das Colegio Diospi Suyana würdigte das Buch der Bücher. Der Klassiker der Weltliteratur ist allemal ein Mega-Fest wert. Im peruanischen “Monat der Bibel” haben sich die Schüler unseres Colegios mit kreativen Beiträgen über die Bedeutung des größten Bestsellers aller Zeiten Gedanken gemacht. Das Programm umfasste neben Gedichten und Liedern auch Theateraufführungen. Gleich 80 Kindergartenkinder erinnerten in ihren tierischen Kostümen an die uralte Geschichte der Arche Noah.

Die Michaelskirche in Sulz am Eck. Parallel zu den ersten Hochrechnungen war am 26. September im Kirchsaal viel los.
Rebekka Gärtner. Ihr Optimismus wurde belohnt.

Bei der Planung hatten niemand so recht die Bundestagswahl im Blick gehabt. Als Monate zuvor die letzte Präsentation einer Diospi-Suyana-Vortragsreise für den 26. September anberaumt wurde und zwar um 18:00 Uhr. Wer würde sich parallel zu den ersten Hochrechnungen in eine Kirche setzen und den spannensten Teil der Wahlparty verpassen? Kaum jemand.

Doch das letzte Wort hatte Rebekka Gärtner. Die Baden Württembergerin kennt Peru ziemlich gut von einem längeren freiwilligen Einsatz. Und irgendwann waren ihr die drei Bücher von Diospi Suyana in die Hände gefallen. “Wir organisieren einen Abendgottesdienst mit Diospi Suyana. Wahlen hin, Wahlen her”, sagte sie am Telefon, “wir machen halt etwas mehr Werbung!” Rebekka verlor nicht die Zuversicht und sie sollte Recht behalten.

Am Abend fieberten 110 Zuhörer in der Michaelskirche von Sulz am Eck durch alle Phasen in der Entstehung unseres Werks. Es herrschte volle Konzentration und atemlose Stille.

Auf Sendung. Der Diospi-Suyana-Radioturm in Sicuani

Seit dem 30. Oktober können 122.000 Menschen in der Provinz Canchis das Radioprogramm von Diospi Suyana empfangen. Zwei Jahre lang mussten wir eine Hürde nach der anderen nehmen.

Leonardo eingerahmt durch Physiotherapeutin Helen Högn und Gefäßchirurg Dr. Thomas Tielmann

Wer seine Geschichte kennt, vermag es kaum zu glauben, dass Leonardo noch lebt. Im Juli 2020 erhielt er in seiner Heimatstadt Puerto Maldonado aus uns unbekannten Gründen eine Spritze in den Gesäßmuskel. Doch die Nadel war verunreinigt und führte zu einem Abszess. Der Diabetiker merkte wie sich die Entzündung rasend schnell im linken Bein verbreitete. Als er schließlich mehrere Tage später von Dr. Thomas Tielmann untersucht wurde, litt er an einer lebensgefährlichen Gasbrandinfektion. In den Muskellogen des Ober- und Unterschenkels zerstörte der Eiter nicht nur das Gewebe, sondern führte zu einer ernsten Blutvergiftung (Sepsis). Wochenlang kämpfte er auf unserer Intensivstation gegen den Tod.  Selbst höchste Noradrenalingaben konnten seinen Blutdruck nicht mehr im normalen Bereich halten.

Ende Juli kam der traurige Augenblick, als alle Hoffnungen schwanden. Da verständigte Dr. Tielmann die Gebetskette und viele Mitarbeiter falteten ihre Hände. Auf unerklärliche Weise verbesserte sich in den folgenden Stunden sein klinisches Bild. Bis zur Ausheilung der Entzündung im August musste Leonardo aber noch 13 Operationen überstehen.

Mitte November passte Orthopädie-Techniker Daniel Müller dem Patienten eine hohe Oberschenkelprothese an. Mit Hilfe von Physiotherapeutin Helen Högn lernte Leonardo wieder selbstständig zu laufen. Ein großer Triumpf für einen jungen Mann, dessen Leben am seidenen Faden hing.

Großes Kino im peruanischen Kongress. Die First Lady überreicht Dr. Jens Haßfeld einen Preis für die Mission von Diospi Suyana.

Am 19. November erhielt Diospi Suyana einen Preis in Anerkennung unserer Arbeit zugunsten der Behinderten und Marginalisierten der peruanischen Gesellschaft. Dr. Jens Haßfeld nahm die hohe Auszeichnung aus den Händen der First Lady im peruanischen Kongress (Parlament) entgegen.

Eine Doku von 45 Minuten im SWR über Familie Keßler bei Diospi Suyana.

Die Fernsehreportage des SWR am 25. November beschrieb sehr realistisch die Schwierigkeiten, denen unsere freiwilligen Mitarbeiter ausgesetzt sind. Aber sie zeigte auch, welcher Segen vom Missionsspital Diospi Suyana und dem Colegio Diospi Suyana in Südperu ausgeht.

Der neue Notstromgenerator ist ein Geschenk der Firma Luvegi an Diospi Suyana. Ing. Joaquín Oré Giusti (links), Ing. Luis Giusti (rechts).

Am 1. Dezember erhielt Diospi Suyana offiziell einen neuen Notstromgenerator der Firma Luvegi. Das Aggregat hat einen Wert von über 20.000 USD. Es war das erste Mal in der 41-jährigen Geschichte des Unternehmens, dass Luvegi so eine Sachspende leistete. Ein Restbetrag von 16 % überwies Ursula H. , eine Besucherin unserer Webseite.

Container Nr. 75 ist fast voll. Florian John (links) und Peter Berger (rechts) gehen schon schwer gebeugt.

Rund 150.000 USD an Gerätschaften, darunter drei neue Zahnarztstühle der Firma Sirona, wurden am 17. Dezember in unseren 75. Container gepackt. CMA sponsert einmal mehr den Seetransport nach Südamerika.

Ein Weihnachtsfest im Amphitheater. 250 Mitarbeiter und Freunde waren dabei.

Am 16. Dezember dankten die Mitarbeiter Gott für die Geburt seines Sohnes vor 2.000 Jahren. Beim traditionellen Jahresrückblick wurde einmal mehr deutlich, auf welche wundersame Weise der Allmächtige auch im Jahr 2021 die Arbeit unserer Mission gesegnet hat./KDJ