Das Powerpaket auf der Tischdecke

Glücklicherweise extrem einseitig

Mein Geburtstag ist schon längst vorbei, aber heute Morgen nahm ich vier Geburtstagskarten ganz bewusst wahr. Man könnte diese netten Grüße als Schnee von Vorgestern bezeichnen, aber das sind sie wahrlich nicht. Zumindest nicht für mich. Auf den Innen- und Rückseiten haben liebe Wohlmeinende nur Gutes über mich geschrieben. Der Inhalt geht mir runter wie Butter. Ehrlich. – Zugegebenerweise hätten sich die Glückwünscher auch auf meine schlechten Seiten konzentrieren können. Das wäre die Wahrheit gewesen und nichts als die Wahrheit. Aber dankenswerterweise haben sie meine suboptimalen Eigenschaften – zumindest an meinem Geburtstag – völlig ausgeblendet. Wie edel von ihnen.

Lob und Aufmunterung sind eine wirksame Form der Ermutigung. Wir erhalten Kraft und den geheimnisvollen psychologischen Kick. Die Sonne scheint plötzlich irgendwie  heller. Und weil dem so ist, sollten wir unsere Freunde und Kollegen loben. Alle die in der Hackordnung über uns stehen und besonders die, denen wir weisungsbefugt sind.

Doch zurück zum wertvollen Fund auf dem Wohnzimmertisch. Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich gerne so wäre, wie die schönen Karten mich beschreiben. Leider bin ich es nicht. Das ist zwar traurig, aber nicht niederschmetternd. Auch für mich besteht Hoffnung.

Heute morgen las ich dazu einen passenden Text des alten Paulus. Er stammt aus seinem Brief an eine kleine Gruppe von Christen in Galatien, das heute zur Türkei gehört. “Dagegen bringt der Geist Gottes in unserem Leben nur Gutes hervor: Liebe, Freude und Frieden; Geduld, Freundlichkeit und Güte; Treue, Nachsicht und Selbstbeherrschung…. durch Gottes Geist haben wir neues Leben, darum wollen wir uns jetzt ganz von ihm bestimmen lassen! (Galater 5,22,23,25)

Orientierung und Wertmaßstäbe aus dem Buch der Bücher. Es gibt nichts besseres. /KDJ