Das meint Bono (U2) zu Jesus Christus

Assayas: Christus hat seinen Platz unter den großen Denkern der Welt, aber Sohn Gottes – ist das nicht ein wenig weit hergeholt?

Bono: Nein, für mich überhaupt nicht. Schau, die säkulare Reaktion auf die Geschichte Christi war: Also, er war ein großer Prophet, offensichtlich ein hochinteressanter Mann, hatte, wie andere große Propheten, eine Menge zu sagen, seien es nun Elias, Mohamed oder Konfuzius. Aber das lässt Christus nicht durchgehen. Er lässt uns nicht von der Angel.

Christus sagt: "Nein, ich behaupte nicht, ein Lehrer zu sein, nennt mich nicht einen Lehrer. Ich sage auch nicht, dass ich ein Prophet bin, Ich sage: Ich bin der Messias. Ich sage: Ich bin der menschgewordene Gott." Und die Leute sagen: "Nein, bitte sei einfach nur ein Prophet! Einen Propheten können wir verkraften. Du bist ein bisschen exzentrisch…  Wir hatten Johannes den Täufer, der Heuschrecken und wilden Honig gegessen hat. Das können wir ab. Aber bitte nicht das "M"-Wort! (Messias) – Denn sonst müssen wir dich leider kreuzigen."

Und er sagt: "Nein, nein, ich weiß, dass ihr erwartet, dass ich mit einer Armee wiederkehre und euch von diesen Mistkerlen (Römern) befreie, aber ich bin wirklich der Messias!" Und dann antworten alle: "Oh mein Gott, das darfst Du nicht sagen!" Man bleibt also mit der Wahl zurück, dass Christus entweder war, was er behauptete zu sein – der Messias – oder ein totaler Spinner! Und zwar auf dem Niveau wie Charles Manson oder so!

Ich meine, die Vorstellung, dass der gesamte Lauf der Zivilisation auf dem halben Globus von einem Spinner verändert und auf den Kopf gestellt wurde … Das finde ich weit hergeholt!"