Bei der Röntgenkontrolle am Flughafen herausgefiltert

Passagier von Diospi Suyan mit schwerer Bewaffnung

Freitag, der 24. Oktober 2025. Um 4 Uhr am Morgen stehe ich auf. Wenn es gut läuft, dann könnte ich spät in der Nacht in Curahuasi sein.

Am Frankfurter Flughafen bleibe ich erst einmal in der Sicherheitskontrolle hängen. Wie sich herausstellt hat das Röntgengerät bei meiner Bibel Alarm geschlagen. Und das völlig zu recht. Im Hebräerbrief steht geschrieben: “ Gottes Wort ist voller Leben und Kraft. Es ist schärfer als die Klinge eines beidseitig geschliffenen Schwertes, dringt es doch bis in unser Innerstes, bis in unsere Seele und unseren Geist, und trifft uns tief in Mark und Bein. Dieses Wort ist ein unbestechlicher Richter über die Gedanken und geheimsten Wünsche unseres Herzens. (Hoffnung für alle)

Die Damen und Herren am Röntgengerät lassen Gnade walten. Wahrscheinlich wissen sie gar nicht, welch eine Sprengkraft in dem Buch der Bücher steckt. Ganze Gesellschaften wurden kopfgestellt. Und es dürften Millionen von Alkoholikern sein, die durch die Kraft des Buches ausstiegen und die Brauereien so wirtschaftlich schädigten. Und weil der Christ William Wilberforce im englischen Unterhaus jahrzehntelang gegen die Sklaverei kämpfte – wegen der Bibel nämlich – wurden ganze Sklavenschiffe arbeitslos. Man darf die Bibel nicht unterschätzen. Sie ist brutal wirksam.

Also mit voller Bewaffnung sitze ich am Gate der Air France. Leider hat mein Flug Verspätung und mit dem Anschluss nach Lima wird es nun in Paris auch nichts. Netterweise werde ich für den Abend auf eine Maschine von TAP Portugal gebucht. Nach einer Ruhepause von zehn Stunden am schönen Frankfurter Flughafen, soll es dann über Lissabon nach Sao Paulo gehen. Ich werde zwar einen Tag später zu Hause eintreffen, aber immerhin.

In Lissabon kommt es leider zu einer vierstündigen Verspätung meiner Maschine. Warum? Aus operativen Gründen. Hm. Als wir nach einem Flug über den Atlantik in Sao Paulo landen, ist mein Latam Flieger nach Lima schon weg. Aber mein neues Ticket wird mir direkt am Eingang zum Flughafen übergeben. Man hat mich auf einen Nachtflug nach Lima umgebucht. Jetzt komme ich zwar zwei Tage später nach Curahuasi als geplant, aber besser drei Tage und zwei Nächte in Flugzeugen und Flughäfen verbringen als ein Autounfall oder ähnliche Hiobsnachrichten.

So kann ich in Sao Paulo zur Ruhe kommen und das Buch von John Burke weiterlesen. „Imagine Heaven“ berichtet von unzähligen Nahtoderfahrungen und als New York Times Bestseller wurden auch schon über 1 Million Exemplare verkauft. Ich gehöre nicht zu den Käufern, denn in Seattle hat mir neulich jemand das Buch einfach geschenkt. Und dank Air France und TAP Portugal habe ich jetzt ein Zeitfenster von einem ganzen Tag zum Lesen. Wahnsinn. Ganz offiziell möchte ich mich hiermit bei den Franzosen und Portugiesen für diese Auszeit bedanken. Andere müssen stattdessen einen teuren Klosteraufenthalt bezahlen.

Falls auch die Latam in der Nacht aus welchen Motiven auch immer den Flug cancelt bzw. auf unbestimmte Zeit verschieben sollte, dann hätte ich noch einen weiteren Tag extra zur Verfügung. Ich würde dann tief in meine Tasche greifen und das zweischneidige Schwert herausholen. Ob die Polizei mich dafür festnehmen wird? /KDJ

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