Aufruhr im peruanischen Bergland

Der erste Flug um 5:40 bringt mich von Lima nach Cusco. Mit dem Auto soll es nun 2 Stunden über die Berge nach Curahuasi weitergehen. Doch es gibt unerwartete Probleme. Ein „Paro“ (Streik) der Bergbauern bringt jeglichen Überlandverkehr zum Stillstand.

Mit einem Wagemutigen fahren wir trotzdem kurz vor Acht Richtung Westen. Nach knapp 20 Km erreichen wir die erste Straßenblockade (Bild 1). Hunderte von Felsbrocken jeglicher Größe und ein beachtliches Aufgebot an Streikposten zwingen uns zu einer unfreiwilligen Pause. Die Polizei rückt an. Es wird wild gestikuliert und diskutiert. Die Menschen sind verbittert, eine Anhebung der Transportpreise erhöht ihre Lebenshaltungskosten. Aus dieser Frustration heraus sperren sie die entscheidende Verkehrsader Südperus.

Nach 40 Minuten gelingt es den Ordnungskräften die Blockade auf friedliche Weise aufzulösen. Für eine Weile fahren wir unserem Ziel Curahuasi entgegen. Der Fahrer erweist sich als Slalom-Spezialist, denn im Abstand von etwa 100 Metern sind beide Fahrbahnen immer wieder durch Steine verlegt.

Schließlich ist endgültig Schluss. Hunderte von Campesinos, viele alkoholisiert, versperren mehrere Kreuzungen (Bild 2). Sprechchöre und aufgeregte Schreie machen jegliche Diskussion sinnlos, auch die Polizei ist machtlos. Die Autoschlangen werden immer länger (Bild 3+4). Die Stunden verstreichen.

Endlich ein Hoffnungsschimmer, die Polizei bringt Verstärkung, der Widerstand der Streikenden bricht zusammen. Mit 5 Stunden Verspätung treffe ich am Zielort ein.

Klaus-Dieter John