Arbeiten im Chaos

Olga Thissen-Lapp und Caleb Lapp berichten aus Haiti

Eine kleine Gruppe von 12 Leuten. Der Raum ist leicht abgedunkelt, denn das Missionarsehepaar Lapp wirft einige Bilder mit dem Beamer an die Wand. Die beiden betreiben in Haiti eine Schule sowie ein Ausbildungszentrum. Meine Frau und ich sitzen neben ihnen und hören gespannt zu.

Haiti ist das Land, in dem man seinen Glauben verlieren könnte. Nach dem schweren Erdbeben 2010 folgten die Hurrikane. Erst 2016 hat Hurrikan Matthew mit seiner Zerstörrungwut die Antillen-Insel um Jahre zurückgeworfen. Doch es sind nicht nur die Naturkatastrophen, die in Haiti die Hoffnung auf Besserung ersticken. Die größten Probleme sind menschengemacht. Korruption, Kriminalität und Gewalt.

Mitten in diesem Chaos finden wir auf den Bildern Olga und Caleb Lapp wieder. Das, was sie für junge Frauen und Schülerinnen leisten, schafft Hoffnung und generiert Perspektive. Ich habe noch nie von den Lapps in der Presse gelesen. Wie so viele andere Missionare leben sie dort, wo ein Touristenbus niemals eine Pause einlegen würde. Wo finden die beiden dazu ihre Kraft? Es ist ihr Glaube an Jesus Christus.

Während des kurzen Vortrags der Entwicklungshelfer, fällt immer wieder ein bestimmter Satz. “Wir haben gebetet und Gott hat geholfen!” Der Glaube ist mehr als ein Weltbild. Er beschreibt eine praktische Lebenserfahrung, wo Dinge passieren, die wir mit den Gesetzen der Logik nicht erklären können.

Nach den Lapps sind meine Frau und ich an der Reihe. Diospi Suyana hat eine ganz andere Geschichte als die des Ausbildungszentrums in Haiti. Und doch findet sich der gleiche Glaube in Zentrum. “Wir haben gebetet und Gott hat geholfen!”

Wenn wir einmal alle vor Gott stehen, werden wir plötzlich über Initiativen und Projekte hören, die Menschen als Nachfolger Christi weltweit unternommen haben. Die Kraft des Auferstandenen ist wirksam. Egal, ob die Medien davon berichten oder nicht. /KDJ

Die Stadt Jeremie nach dem Hurrikan Matthew 2016
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