Alarmstufe “Rot”

Lima, Peru: Am 14. Oktober 2008 brachte ein amerikanisches Arztehepaar einen Defibrillator für das Hospital Diospi Suyana nach Peru mit. Es handelte sich um ein Neugerät, das die Organisation „World Medical Missions“ als Sachspende dem Missionskrankenhaus übereignen wollte.

Die Amerikaner hatten offizielle Dokumente über diese Spende dabei. Leider wurde der Defibrillator vom Zoll für Luftfracht konfisziert.

Im Begleitschreiben hatte gestanden: „Für das Hospital Diospi Suyana!“

Es hätte aber heißen müssen: Für die Asociación Civil Religiosa Diospi Suyana“

Natürlich handelt es sich dabei um Wortklaubereien. Aber so sehen leider die Realitäten der peruanischen Bürokratie aus.

Seit rund vier Monaten laufen unsere Bemühungen um eine Freigabe des Gerätes.

Am letzten Donnerstag präsentierte ich der neuen Chefin des Zolls für Luftfracht, Gisella Vega, die Arbeit unseres Krankenhauses und bat um die unverzügliche Freigabe des „Defis“. Eine weitere Woche ist seitdem vergangen.

Die Behörden bestehen auf eine Begutachtung der Spende durch Ingeniere des Gesundheitsministeriums. Dabei geht es aber keineswegs um eine Überprüfung der Funktion. Die Beamten müssen den Defibrillator nur auspacken und die Seriennummer abschreiben.

Diese Untersuchung kann aber im Augenblick nicht erfolgen, weil wohl niemand so recht weiß, wo das Gerät im Zoll abgeblieben ist.

Am gestrigen Abend habe ich eine besorgte Email an die Chefin des Zolls für Luftfracht geschickt. Kopien meines Schreibens gingen an die First Lady Perus, den Regierungspalast, die deutsche Botschaft, mehrere Tageszeitungen und zwei Fernsehkanäle.

Falls es heute zu keinem positiven Durchbruch kommen sollte, werden wir sie bitten uns durch Ihre Emails zu unterstützen.

Am 30. Mai 2008 trug eine ähnliche Kampagne ganz wesentlich dazu bei, dass der 16. Container von Diospi Suyana im Zoll freigegeben wurde. Wir werden Sie über die Web-Seite auf dem Laufenden halten.

Ein weiterer Defibrillator wird dringend am Spital benötigt. KDJ