Diospi Suyana

Die Situation der Quechua-Indianer im peruanischen Hochland

Seit der Eroberung Perus durch die Spanier im 16. Jahrhundert leiden die Nachfahren der Inkas (Quechuas) unter fortwährender gesellschaftlicher Diskriminierung. So leben z. B. in der Region Apurímac über 80 % der Indianer in bitterer Armut. Ihre soziale Not zeigt sich in medizinischer Hinsicht an einer hohen Kindersterblichkeit, Unterernährung und einer verminderten Lebenserwartung. Auf 10.000 Menschen kommen nur vier Ärzte.

Über 30 % der Quechuas in Apurímac sind Analphabeten. Bei den Pisa-Studien landete Peru im internationalen Vergleich bisher stets auf den letzten Plätzen. Die Schulausbildung der Indianerkinder ist besonders mangelhaft. Dadurch wird ihnen die Chance auf eine bessere Zukunft verbaut.

Johns

Ein Arztehepaar mit einer klaren Vision für die Indianer Perus

Schon in ihrer Jugendzeit hatten Dr. Klaus-Dieter John & Dr. Martina John den Wunsch als Mediziner das menschliche Leid der sogenannten Dritten Welt zu mildern. Sein Werdegang zum Chirurgen führte ihn u. a. an die Universitäten Harvard, Yale, Johannesburg und Berlin. Ihre Laufbahn krönte die ehemalige Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes mit dem Abschluss des amerikanischen und deutschen Facharztes der Kinderheilkunde. Als überzeugte Christen sehen sie sich besonders den Ärmsten gegenüber verpflichtet.

Olaf

Olaf Böttger, der Vorsitzende von Diospi Suyana e. V., im Gespräch mit Volker Kauder von der deutschen Bundesregierung (am 28. Mai 2013 in Berlin)

Die Lebenswirklichkeit der indianischen Bergbevölkerung lernten die Johns 1991 bei einer Studienreise nach Peru persönlich kennen. Von 1998 bis 2003 arbeiteten sie als Missionsärzte am Hospital Vozandes del Oriente in Ecuador. Um dem Elend der Indianer Perus zu begegnen, gründeten sie mit einer Reihe von Gleichgesinnten im August 2002 die karitative Vereinigung Diospi Suyana. Dieser Ausdruck entstammt der Quechua Sprache und bedeutet: „Wir vertrauen auf Gott.“ Olaf Böttger übernahm den Vorsitz und leitet seit 2002 ehrenamtlich die Vereinsgeschäfte.  Obwohl er auf den Webseiten von Diospi Suyana selten auftaucht, hält er im Hintergrund viele Fäden zusammen.

Die Vision von Diospi Suyana führte zur Gründung eines modernen Spitals und einer Dental- und Augenklinik. 2012 folgte die Einweihung eines Kinderhauses für die Diospi-Suyana-Kinderclubs, am 14. März 2014 wurde die Diospi-Suyana-Schule ihrer Bestimmung übergeben und seit dem 31. August 2016 ist das Medienzentrum offiziell in Betrieb.

In Anerkennung ihrer Arbeit wurden die Missionsärzte John am 20. März 2007 von der damaligen First Lady Deutschlands Eva Luise Köhler im Schloss Bellevue emfangen. Am 26. April 2008 lud sie der peruanische Präsident Dr. Alan Garcia in den Präsidentenpalast nach Lima ein. Schließlich, am 22. April 2010, verlieh das peruanische Parlament den Johns die peruanische Staatsbürgerschaft honoris causa. Das Fernsehen der Deutschen Welle strahlte im November 2013 eine ausführliche Reportage über Diospi Suyana in mehreren Sprachen aus. Der Beitrag wurde weltweit gesendet. Schließlich erhielten die Johns am 17. Dezember 2015 aus der Hand des Premierministers Sr. Petro Cateriano Bellido den Verdienstorden Perus.

Die Missionsärzte John und der deutsche Botschafter Jörg Ranau nach der Ordensverleihung.

Als weiterer Höhepunkt wohnte der Staatspräsident Pedro Pablo Kuczynski am 31. August 2017 dem zehnjährigen Jubiläum bei.  Der Event wurde eine Stunde lang live im nationalen Fernsehen ausgestrahlt. Der oberste Würdenträger des Landes nannte Diospi Suyana ein Werk mit Herz und Sachverstand. Am 25. April 2018 überreichte der deutsche Botschafter Jörg Ranau in Vertretung des Bundespräsidenten Frank Walter Steinmeier den Johns das Bundesverdienstkreuz am Bande.

Weltkongress

Vortrag beim 4. Weltkongress der Kinderchirurgen in Berlin

Eine Idee zieht Kreise

Seit 2004 haben die Johns Diospi Suyana durch über 2.500 Vorträge in 23 Ländern auf fünf Kontinenten vorgestellt. Sie sprechen in Kirchen, Wohltätigkeitsclubs, Universitäten, Bildungseinrichtungen und auf Kongressen. Am 13. Oktober 2013 hielt Dr. John die Festansprache beim 4. Weltkongress der Kinderchirurgie in Berlin. Zum Abschluss seiner Präsentation fand der Missionsarzt die folgenden Worte:

„Heute Abend haben sich Hindus, Muslime und Christen sowie Agnostiker und Atheisten in diesem Kongresszentrum versammelt. Ich habe den größten Respekt vor ihren Weltanschauungen und Überzeugungen. Falls Sie mich aber ganz privat fragen sollten, wie ich die erstaunliche Entwicklung von Diospi Suyana erkläre, dann würde ich sagen: „Ich bin überzeugt, dass es Gott war. ER hat es entstehen lassen. Es war die Kraft Jesu Christi“.


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